Rufbus Rosi soll zukunftssicher werden

von Redaktion

Neun Gemeinden bleiben beim Rufbus Rosi an Bord, doch für Fahrgäste ändert sich viel. Neue Preismodelle und strengere Regeln bei Stornierungen sollen das System im Landkreis Rosenheim zukunftssicher machen. Das müssen Nutzer jetzt wissen.

Rosenheim – „Ich habe frohe Kunde!“: Mit diesen Worten und einem breiten Lächeln startete Amtsleiterin Alexandra Wolf ihren Bericht zum Rosi-Mobil im Umweltausschuss des Rosenheimer Kreistags. Den Grund für die Freude Wolfs, die sich für den Landkreis um die Koordinierung des Dienstes kümmert, lieferten die Gemeinden Eggstätt, Breitbrunn und Gstadt. Denn eigentlich wollten diese aus dem bisherigen Rufbus-System Rosi aussteigen. Als Ursache nannten die Gemeinden einerseits die finanziellen Defizite des Angebots und andererseits die fehlenden Daten durch die DB Regio. Diese hätten als Anhaltspunkt dienen können, wie sich die Kosten in Zukunft entwickeln könnten. Damit sei „viel Vertrauen verspielt worden“, berichtet Wolf. Aber: Die Amtsleiterin des Landratsamts konnte in zahlreichen Gesprächen doch noch überzeugen. Und so sind neun Gemeinden, die schon im Herbst Teil des Rosi-Netzes waren, nach wie vor dabei. Somit kann der Rufbus in den Gemeinden Bad Endorf, Bernau, Breitbrunn, Eggstätt, Frasdorf, Gstadt, Höslwang, Prien und Rimsting weiterhin genutzt werden. Kunden müssen sich seit dem 1. April allerdings an einige Änderungen gewöhnen. Der wohl größte – und vermutlich schmerzhafteste – Punkt sind die Kosten. Denn die sind für manche Fahrten gestiegen. Die ursprünglichen Zonen wurden aufgelöst. Nun richtet sich der Fahrpreis schlicht und einfach nach den gefahrenen Kilometern. Betrachtet man die neue Preistabelle genauer, wird auch schnell klar, warum sich für diese Gestaltung entschieden wurde. Denn Rosi soll nicht als Taxi-Ersatz für weite Strecken genutzt werden, sondern vielmehr ein Zubringer zum ÖPNV sein. Dementsprechend heißt es nun: Wer Rosi als Taxi nutzt, bezahlt auch Taxi-Preise. Je weiter man fährt, desto teurer wird es. Die ersten vier Kilometer gibt es zum Einheitspreis von vier Euro. Ab Kilometer fünf kostet jeder zusätzliche Kilometer einen Euro mehr. Ab Kilometer elf sind es zwei Euro mehr und ab Kilometer 16 ganze vier Euro mehr. Heißt: Für eine Fahrt über beispielsweise 18 Kilometer bezahlt man künftig 32 Euro. Wer das Deutschlandticket besitzt, zahlt für Fahrten bis zehn Kilometer einen Komfortzuschlag von vier Euro. Ab zehn Kilometern liegt dieser bei zehn Euro.

Aber nicht nur bei den reinen Fahrtkosten müssen Rosi-Nutzer künftig tiefer in die Tasche greifen. Auch wer Fahrten ohne genügend Vorlauf storniert, muss nun blechen. Das liegt an der bisherigen Erfahrung. Die Statistik zeige, dass 27 Prozent der Fahrten wieder storniert werden, berichtete Wolf. „Allerdings ist das System nicht so flexibel, dass man innerhalb einer Stunde darauf reagieren könne“, erklärt sie. So kam es in der Vergangenheit zu Standzeiten der Fahrzeuge, die eigentlich hätten vermieden werden können.

Daher nun die Neuerung: Wer bis drei Stunden vor Fahrtantritt storniert, muss 50 Prozent des Fahrpreises als Stornogebühr bezahlen. Sind es weniger als drei Stunden bis zur gebuchten Fahrt, wird der volle Preis berechnet. Gleiches gilt, wenn die Fahrt ohne Stornierung nicht angetreten wird. Aber: Wer 30 Minuten nach Buchung storniert, muss nichts bezahlen.

Die Stornogebühr bringt eine weitere Änderung mit sich. Denn es muss sichergestellt werden, dass die Kosten für eine Stornierung auch eingezogen werden können. Daher wird künftig keine Barzahlung im Bus mehr möglich sein. Ein Punkt, der im Umweltausschuss für Stirnrunzeln sorgte. So merkte Kreisrätin Mary Fischer (Freie Wähler) an, dass Rosi auch von Senioren genutzt werde, die nicht immer ein Smartphone zur Hand hätten. Außerdem stellte sich die Frage, wie Spontan-Fahrer, die sich kurzfristig vor Ort für eine Mitfahrt entscheiden, künftig mitfahren können. „Für solche Fälle wird der Fahrer auch weiterhin einen Geldbeutel dabei haben“, so Wolf.

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