Armin Krämmer unterliegt und geht

von Redaktion

Von 144 Wahlberechtigten kamen 78 Insulaner zur Aufstellungsversammlung der Freien Wählergruppe Chiemsee. Da es die einzige Wählergruppe der kleinsten Gemeinde Bayerns ist, könnte damit bereits eine Vorentscheidung für die Bürgermeisterwahl gefallen sein.

Chiemsee – Georg Klampfleuthner wird wohl am 14. Juni der einzige Bürgermeister-Kandidat auf der Fraueninsel sein. Am Karsamstag fand auf der Fraueninsel die Aufstellungsversammlung der Freien Wählergruppe Chiemsee statt und für Klampfleuthner sprachen sich 46 Insulaner aus, Armin Krämmer kam auf 27 Stimmen und Michael Lanzinger erhielt zwei Stimmen.

Wahlvorschlag
eingereicht

Nach den Osterfeiertagen reichte die Freie Wählergruppe Klampfleuthner als Wahlvorschlag bei der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn/Gstadt/Chiemsee ein. Gleichzeitig zog Armin Krämmer, amtierender Bürgermeister auf der Fraueninsel und im Dezember 2025 bei der ersten Aufstellungsversammlung der Freien Wählergruppe als Kandidat gekürt, seine Bewerbung zurück.

Der „Inselbräu“ sei hervorragend besucht gewesen, rund 78 Insulaner bekundeten ihr Interesse und stimmten auch nach einer kurzen Vorstellungsrunde ab, so der frisch gebackene Kandidat. Klampfleuthner hatte bei der Wahlinformationsveranstaltung Ende März erklärt, er denke darüber nach, zu kandidieren. Am Montag, 30. März, habe er sich nach Beratungen mit seiner Familie dafür entschieden. „Dann hab ich am Dienstag gleich Armin angerufen, weil ich auch gesagt hab, dass er es als Erster erfährt“, so Klampfleuthner und fügt gleich an „und wir reden auch immer noch ordentlich miteinander“.

Über das große Interesse habe er sich sehr gefreut, denn in den „Inselbräu“ seien 78 Wahlberechtigte gekommen. „Und das bei insgesamt 144 wahlberechtigten Insulanern“, betont er. Bei der Vorstellung habe er sich sehr kurz halten wollen, „weil wir uns ja schon seit 60 Jahren kennen“, erzählt er. Es ginge ihm um Transparenz, Ehrlichkeit, „dass man miteinander rede und die Leute auf der Insel wieder zusammenbringt“, zählt er als wichtige Bausteine auf. Er könne sich gut vorstellen, dass man eine kleine Boccia-Bahn baue, an der man sich am Abend zum Spielen treffe. „Man muss ja nicht immer ins Wirtshaus gehen“, so Klampfleuthner.

Er greift im Gespräch auch wieder seine Idee der Arbeitskreise auf, gerade um auch Insulaner in Projekte einzubinden, die nicht im Gemeinderat seien. Dazu zählt auch die Gründung eines Inselvereins, nicht nur für Insulaner. Ganz besonders freut er sich aber, dass durch die Entscheidung der Insulaner ihn als Kandidaten zu küren, jetzt ein Platz für einen Nachrücker im Gemeinderat frei werde. In diesem Fall ist es allerdings eine Frau, genauer gesagt ist es Schwester Elisabeth vom Kloster auf der Fraueninsel. Dass die Nonnen großes Interesse an der Inselpolitik haben, zeigte auch deren Teilnahme an der Wahlveranstaltung. Rund acht Schwestern seien in den „Inselbräu“ gekommen, erinnert sich Klampfleuthner und er wertet das, als ein sehr gutes Zeichen.

Der Name Klampfleuthner ist weit über die Fraueninsel hinaus bekannt: Die Inseltöpferei ist seit 1609 auf der Fraueninsel, seit 1723 trägt sie den Namen Klampfleuthner.

Hoher Rückhalt
bei Insulanern

Georg Klampfleuthner ist seit vielen Jahren im Gemeinderat, dazu Vorsitzender des Priener Kulturfördervereins. Bereits bei der Kommunalwahl am 8. März schrieben sechs Wahlberechtigte Klampfleuthner auf die Stimmzettel, in den Gemeinderat zog er mit 112 Kreuzen als Stimmkönig ein – ein Zeichen von hohem Rückhalt der Inselbevölkerung. Bis zum 15. April hätte die Aufstellungsversammlung abgehalten werden können. Dass es so schnell ging, lag auch an Klampfleuthner selbst: Er ist seit vergangenen Mittwoch in den USA. Dass bis zur Frist noch ein zweiter Name auf dem Wahlzettel am 14. Juni auftaucht, gilt als höchst unwahrscheinlich. In mehreren Gesprächen auf der Insel kann man heraushören, dass Klampfleuthner zugetraut wird, die Insel wieder in ruhige Gewässer zu schippern.

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