89-Jähriger stirbt bei Feuer in Allmannsau

von Redaktion

Bei einem verheerenden Brand in Allmannsau ist ein 89-jähriger Mann ums Leben gekommen. Einen Tag nach der Tragödie liegt noch immer Brandgeruch in der Luft. Die Feuerwehr spricht von einem belastenden Einsatz, das Dorf steht unter Schock.

Rechtmehring/Allmannsau – Schon bei der Einfahrt in das kleine Dorf Allmannsau wird das Ausmaß der Katastrophe sichtbar: Schwarze Rußspuren ziehen sich über den Asphalt. Der Bereich vor dem betroffenen Haus ist abgesperrt.

Auf dem Grundstück hat das große Aufräumen begonnen. Helfer mit FFP2-Masken laufen unermüdlich mit gefüllten Gießkannen hin und her. Das Wasser hierfür zapfen sie direkt aus einem Hydranten vor dem Haus. Ein Mann bringt zur Stärkung Kaffee und Brezen. Nur wenige Meter weiter oben stehen Nachbarn und Betroffene geschockt und mit Tränen in den Augen an der Straße.

Dr. Florian Haas von der Haager Feuerwehr und künftiger Bürgermeister der Marktgemeinde war zum Zeitpunkt des Brandes privat in der Nähe und eilte sofort zum Einsatzort. Er schildert die dramatischen Minuten: „Das Dachgeschoss brannte lichterloh. Das Problem war: Wie kommt man zu dem Mann hin? Der Boden im ersten Stock war nicht mehr ganz trittfest.“

Peter Reich, Zweiter Kommandant der Feuerwehr Haag, bestätigt die schwierigen Bedingungen: „Wir konnten nur etwa zwei Meter in das Zimmer vordringen, weil es im Vollbrand stand.“ Die Bergung des 89-jährigen Opfers, das pflegebedürftig war und neben seinem Bett gefunden wurde, erfolgte schließlich mit höchster Sensibilität: „Wir haben den Leichnam bewusst hinten rausgebracht, damit die Angehörigen vorne das nicht mitbekommen.“ Als Todesursache wird nach jetzigem Stand eine Rauchvergiftung vermutet.

Dass das Feuer nicht auf das gesamte Gebäude übergriff, sei der guten Bausubstanz zu verdanken. „Gott sei Dank waren die Brandmauern sehr gut“, so Haas. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte von zehn verschiedenen Feuerwehren vor Ort. Die Wasserversorgung war trotz der ländlichen Lage gesichert: „Wir hatten einen Löschweiher keine 100 Meter entfernt und einen Hydranten direkt vor dem Haus“, erklärt Reich. Für die betroffene Familie habe sich das Leben innerhalb einer Stunde radikal verändert. „Du verlierst Haus, Hab und Gut und einen Angehörigen. Da bricht auf vielen Ebenen alles weg“, beschreibt Haas die Situation. Während für die Feuerwehrleute nun die Nachbereitung und die Reinigung der durch giftige Rauchgase verschmutzten Ausrüstung ansteht, konzentriert sich die Kriminalpolizei Mühldorf auf die Brandursache. Der Sachschaden wird auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt.

Für die Einsatzkräfte bleibt die psychologische Aufarbeitung. Für Reich war es erst der zweite Löscheinsatz, bei dem jemand gestorben ist. Er betont: „Wir beobachten unsere Kameraden jetzt genau und suchen das Gespräch. Wenn psychische Hilfe gebraucht wird, organisieren wir diese.“ Der Notruf ging am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr bei der Integrierten Leitstelle Traunstein ein. Als die ersten Feuerwehren aus den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim eintrafen, stand das erste Obergeschoss des Mehrfamilienhauses laut Polizei bereits lichterloh in Flammen. Trotz eines großen Aufgebots an Rettungskräften breiteten sich die Flammen rasend schnell aus und durchschlugen schließlich das Dach. Die Feuerwehr versuchte, von zwei Seiten in das Gebäude einzudringen, doch für den 89-jährigen Bewohner, der sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs allein im Haus befand, kam jede Hilfe zu spät.

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