Zehn Jahre „Stifterkreis Zukunft“

von Redaktion

Entwicklungsprognose ist positiv: 25 Millionen Euro als mögliches Zielkapital

Rosenheim – „Wenn man im Leben Glück gehabt hat, dann kann – und muss – man was weitergeben.“ Mit diesem Satz beschreibt Wolfgang Gösswein die Motivation, die er und seine Frau Kirsten Lamprechter vor zehn Jahren bewogen hat, eine Stiftung einzurichten. Als Namen der Stiftung wählten sie KiWo. Die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen verweisen nicht nur auf die Stifter, sondern stehen auch für den Stiftungszweck, das Kindeswohl. Da ihnen ihre Eltern eine gute Schulbildung ermöglicht haben, auf der sie ein erfolgreiches Leben aufbauen konnten, möchten sie auch dazu beitragen, dass andere Menschen diese Möglichkeit bekommen.

Mit den Mitteln ihrer Stiftung sollen talentierte Jugendliche gefördert werden, die ohne diese finanzielle Unterstützung weniger Chancen hätten, so Gösswein bei der Feier des zehnjährigen Jubiläums des „Stifterkreis Zukunft“, zu der gut 100 Besucher – Stifter und Interessenten – in den Sparkassensaal gekommen waren.

Der große Vorteil des von der Sparkasse initiierten „Stifterkreis Zukunft“ ist, dass sich die Stifter nicht um die Verwaltung kümmern müssen, so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling Karl Göpfert in seiner Begrüßungsrede. Damit wird die Einrichtung einer Stiftung erleichtert. 25.000 Euro sind laut der Geschäftsführerin des Stifterkreises Alexa Dietz als Mindestbetrag erforderlich, um eine eigenständige Stiftung einzurichten. Die Stifter haben dann die Möglichkeit, der Stiftung ihren Wunschnamen zu geben. Dieser kann der Name des Stifters oder der Stiftungszweck sein, notwendig sei dies aber nicht. Auch Fantasienamen seien möglich, wenn die Stifter anonym bleiben und ihr Stiftungsziel nicht öffentlich nennen wollen.

Gösswein empfiehlt allen, die eine Stiftung errichten wollen, dies bereits zu Lebzeiten zu tun. Nur so könne man noch Einfluss darauf nehmen, was mit dem Geld gemacht wird und den Erfolg des Engagements sehen. Der Stifterkreis wurde 2016 mit einem Kapital von 100.000 Euro gegründet, das bis heute auf 7,2 Millionen Euro angewachsen ist. Seit der Gründung wurden 82 Projekte von gemeinnützigen Organisationen und Vereinen mit einer Gesamtsumme von über 650.000 Euro gefördert. Allein 2025 wurden 120.270 Euro an 29 Organisationen ausgeschüttet. Der Stifterkreis ist als sogenannte Ewigkeitsstiftung angelegt. Dies bedeutet, dass nur die Zinsen ausgeschüttet werden, das eingezahlte Kapital aber erhalten bleibt. Damit ist kein Ende der Laufzeit definiert, die Stiftung kann also theoretisch bis in alle Ewigkeit weiter bestehen. Die Alternative dazu wäre eine Stiftung, die auch ihr Kapital ausschüttet. Diese hätte daher nur eine begrenzte Laufzeit.

Als Logo für den Stifterkreis wurde laut Göpfert das aus der Mathematik bekannte Unendlichkeitszeichen, das wie eine liegende „8“ aussieht, gewählt. Dieses Logo sei „nicht nur sparkassenrot“, sondern bunt, um die Vielfalt der Stiftungen zu symbolisieren. Gefördert werden Bereiche wie Sport, Bildung, Kultur, Umwelt-, Natur- und Tierschutz. Auch Stiftungen für Jugend- und Altenhilfe sowie mildtätige Zwecke sind möglich. Die Empfänger müssen nicht aus der Region sein; wenn sie international tätig sind, müssen sie aber ihren Sitz in Deutschland haben. Was die Entwicklung des Stifterkreises angeht, ist Gösswein optimistisch. Da immer mehr Menschen die Möglichkeit einer Stiftung nutzen, um ihre Ziele dauerhaft zu verfolgen, rechnet er damit, dass das Kapital in den nächsten zehn Jahren auf 25 Millionen Euro anwachsen wird.