Dauerkarten-Frust bei den Fans der Starbulls

von Redaktion

Unmut über fehlende Play-off-Tickets und den Mehraufwand für Anhänger – Verein gibt Fehler zu

Rosenheim – Der Aufschrei war riesig, als die Starbulls Rosenheim den Start des Dauerkartenverkaufs für die kommende Eishockey-Saison in der DEL2 verkündet hatten. Zwar war die Rede von Preisstabilität – allerdings ohne mögliche Karten für Halbfinale und Endspielserie. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung drehte sich das Interesse der anwesenden Mitglieder dann auch verstärkt um die Dauerkartenpreise und nicht um die so wichtige Ausgliederung in eine Spielbetriebs-GmbH. Und die Starbulls-Verantwortlichen mussten Fehler einräumen.

Fans machen
ihrem Ärger Luft

Bereits wenige Stunden nach der Verkündung der Änderungen bei den Dauerkarten war der Unmut darüber in den sozialen Medien groß. Auf Instagram machten die Fans ihrem Ärger Luft. Wohl auch, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war, dass die Preise für die Dauerkarten nach unten gesenkt werden. Alles von „absoluter Frechheit“ bis zu „Augenwischerei“ war dort zu lesen. Viele der Fans fühlten sich „verarscht“ und „nicht ernst genommen“.

Auf Nachfrage antworteten die Starbulls Rosenheim, dass die neue Preisliste für Dauerkarten „möglichst zeitnah“ veröffentlicht werden soll. Und ja: Die Preise werden gegenüber der Vorsaison nach unten korrigiert. Um welchen Betrag, das sei noch offen.

Findige Rechner haben festgestellt, dass ein deutlicher Abschlag notwendig ist, um die fehlenden Halbfinal- und Finaltickets zu kompensieren. Eine Rechnung aus der abgelaufenen Runde: Da hätte eine Stehplatzkarte in den Play-offs pro Spiel 20 Euro gekostet, ein Sitzplatz je nach Kategorie zwischen 35 und 44 Euro. Bei mindestens vier und möglicherweise acht Heimspielen im Halbfinale und Finale kommt da ein stattlicher Betrag zustande.

Aber nicht nur die unklare Preissituation störte die Fans, sondern auch das Organisatorische. „Mit einer meiner Hauptgründe für eine Dauerkarte war, dass ich mich bei den Play-offs nicht um eine Karte kümmern muss“, schrieb ein Mann auf Instagram. So war es fast zu erwarten, dass das Thema auch bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung auf den Tisch kam. Spätestens dann, als am Ende die Mitglieder Fragen stellen durften.

„Warum mutet man den treuen Fans, die jedes Spiel da sind, jetzt diesen Mehraufwand zu, sich fürs Halbfinale und Finale extra eine Karte zu kaufen?“, fragte ein Mitglied. Es sei schließlich Sinn und Zweck der Dauerkarte, für die ganze Saison versorgt zu sein. Die Frage traf die Meinung vieler Mitglieder – es war der Redebeitrag, der den lautesten und längsten Applaus des Abends bekam.

Ein anderer Fan wollte wissen, ob er im Falle eines Halbfinales auch wirklich seine Plätze, auf denen er bisher die ganze Saison gesessen ist, in Ruhe kaufen könne – oder darauf verzichten müsse, wenn er beim Online-Kauf zu langsam ist. Die Sorge konnte Darwin Kuhn ein wenig nehmen. „Ihr habt Stand jetzt mindestens 24 Stunden Zeit, erst danach geht sie in den freien Verkauf“, so der Leiter Sponsoring.

Dies könnte allerdings auch eng werden: Zum Beispiel, wenn es im Viertelfinale ins siebte Spiel geht. Bietigheim hatte zuletzt das siebte Viertelfinale in Ravensburg am 31. März gewonnen – und trat zwei Tage später, am 2. April, schon wieder zum Halbfinale an.

Ein weiteres Thema, das die Starbulls wohl nicht so beachtet hatten: Für die Dauerkartenbesitzer fallen pro Halbfinal- und Finalticket nun zwei Euro Bearbeitungsgebühr an, die der Ticketdienstleister Reservix einbehält. Bis zur Verkündung der neuen Dauerkartenpreise sei auch dieses Thema geklärt, sagte Starbulls-Geschäftsstellenleiter Maximilian Berger auf Anfrage. „Das wird auch bei der Preisgestaltung zu sehen sein“, so Berger. Heißt: Sollten sich die Starbulls nicht mit dem Ticketdienstleister einigen, dann wird der Kartenpreis für die Dauerkartenbesitzer reduziert.

Kein Rabatt für Rentner
und Schwerbehinderte

Berger erklärte zudem, dass Dauerkartenbesitzer, die beispielsweise ein erstes Halbfinal-Heimspiel nicht besuchen können, für die nächsten Spiele weiterhin ein Vorzugsrecht beim Ticketkauf haben.

Ein Fan aus dem Stehplatzbereich machte hingegen einen ganz anderen Vorschlag: Wenn sich die Rahmenbedingungen für die Dauerkarten schon ändern, könnte wenigstens ein Rabatt für schwerbehinderte Besucher und Rentner bei den Stehplatzdauerkarten eingeführt werden. „Da wird sich nichts ändern“, entgegnete Starbulls-Chef Marcus Thaller. Die Plätze hätten eine „Top-Sicht“, da sei der bisherige Preis gerechtfertigt. Zumal der Verein auch immer in einem wirtschaftlichen Wettbewerb stehe.

Thomas Neumeier und
Julian Baumeister

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