Rosenheim – Dass etwas nicht stimmt, muss sofort klar gewesen sein. Ein verwunderter Autofahrer rief in der Nacht auf den gestrigen Sonntag gegen 1 Uhr bei der Rosenheimer Polizei an. „Er meldete uns, dass in der Äußeren Münchener Straße vom Fahrbahnrand sehr viel Wasser auf die Straße läuft“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer am Sonntagmorgen. Seine Kollegen seien daraufhin sofort zur Einsatzstelle auf Höhe der Einmündung „Am Gries“ geeilt. In diesen paar Minuten hätte sich die Lage vor Ort allerdings schon gravierend geändert.
„Als die Kollegen eintrafen, stand der ganze Kreuzungsbereich bereits unter Wasser“, sagt Maurer. Wie hoch das Wasser genau stand, könne er nicht sagen. Schließlich habe sich das auf der vierspurigen Fahrbahn der Äußeren Münchener Straße großflächig verteilt. „Zudem ist an einigen Stellen bereits der Asphalt auf der Straße aufgeplatzt gewesen“, so der Hauptkommissar. Aus diesen Löchern sei das Wasser auf die Straße geflossen. „Vermutlich ist der Druck von unten irgendwann zu groß geworden und der Asphalt deswegen aufgeplatzt“, sagt Maurer.
Fahrbahndecke teilweise
einen Meter angehoben
Sofort sei zusammen mit der Feuerwehr und den Rosenheimer Stadtwerken die Entscheidung gefallen, die Straße für den Verkehr voll zu sperren. Es sei zu diesem Zeitpunkt nicht auszuschließen gewesen, dass unter dem Asphalt etwas „massiv beschädigt ist“ und plötzlich ganze Teile der Straße nach unten sacken. Von Vorteil war, dass es mitten in der Nacht zu dem Vorfall kam und daher nur wenige Autofahrer unterwegs waren.
Nach der Sperrung machte sich die Rosenheimer Feuerwehr zu einer Erkundungstour auf. „Die Fahrbahndecke hatte sich gelöst und teilweise ein gutes Stück nach oben angehoben“, sagt Stadtbrandrat Hans Meyrl auf OVB-Anfrage. Es sei nicht möglich gewesen, dass dort weiter Autos darüberfahren. Zudem seien die Wassermassen unkontrolliert ausgetreten. Diese ließ die Feuerwehr zunächst gezielt in die Kanalisation abfließen, damit keine nah gelegenen Keller geflutet wurden. „Das ist uns auch gut gelungen“, sagt Meyrl.
Warum die Äußere Münchener Straße binnen Minuten unter Wasser stand, dafür haben Maurer und Meyrl bereits eine erste Erklärung: „Ursache dürfte eine geplatzte Hauptwasserleitung sein“, sagt der Polizist. Diese verlaufe unterhalb der Straße und fließe direkt ins Zentrum. „Die hat schon einen sehr großen Durchmesser und transportiert entsprechende Wassermengen“, ergänzt Meyrl. Mit einer Hauswasserleitung könne das nicht verglichen werden. „Das sind schon andere Dimensionen.“
Äußere Münchener Straße
zeitweise gesperrt
Aus diesem Grund mussten die Stadtwerke auch mit größerem Gerät wie Baggern und Baumaschinen anrücken, um den Schaden zu reparieren. Laut einem Mitarbeiter der Stadtwerke waren die Arbeiten am Sonntagvormittag noch im vollen Gange. Dafür musste auch die Äußere Münchener Straße gesperrt bleiben. Erst gegen 11 Uhr wurde sie für den Verkehr wieder freigegeben.
Laut Hauptkommissar Robert Maurer gibt es erst mal keine weiteren Ermittlungen zu dem Vorfall. „Wir gehen von einem technischen Defekt aus“, sagt der Polizist. Zumal der Polizei auch keine negativen Folgen des Wasserrohrbruchs bekannt sind. Dennoch sei der Einsatz in der Nacht auf Sonntag einer der größeren Einsätze wegen eines Wasserrohrbruchs in Rosenheim gewesen.
Julian Baumeister