Palling – Er hat immer gelacht“, erinnert sich Sepp Breitwieser an Hans Wichtlhuber. Jetzt wurde er durch einen tragischen Unfall aus dem Leben gerissen. Am Samstag überschlug sich Wichtlhuber auf einem seiner Traktoren auf einer öffentlich zugänglichen Forststraße im Pallinger Gemeindeteil Unterhafing.
Laut Polizei führte der 67-Jährige eine Probefahrt entlang eines Feldes durch, als er aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über das Fahrzeug verlor. Der Unfalltraktor besaß keine Straßenzulassung und war für den Motorsport umgebaut. Wichtlhuber war vor allem in der Trecker-Treck-Szene in der ganzen Region bekannt und beliebt.
„Leidenschaft für den
Sport hat ihn ausgemacht“
Erst Ende März gewann er einen von vielen Pokalen beim 21. Pittenharter Trecker-Treck. „Er war bestimmt um die 15 Jahre bei uns am Start“, sagt Martin Niedermaier, Veranstalter des Trecker-Treck in Pittenhart. „Auch weil er immer vorn dabei war, haben ihn die meisten gekannt. Seine Leidenschaft für den Sport hat ihn ausgemacht und dass er sehr ehrgeizig war“, sagt der Obmann der Pittenharter Bauern und fügt an: „Das ist alles sehr tragisch.“
Hörbar betroffen klingt auch Sepp Breitwieser. Er gehört zum Organisationsteam des DJK Otting, der regelmäßig im Hochsommer sein Trecker-Treck-Event veranstaltet. Über Wichtlhuber, auch unter dem Namen „Mister Full-Pull“ bekannt, sagt Breitwieser: „Er war ein sehr netter und lustiger Mensch. In seinem Thema war er ein Experte.“ Beim vergangenen Ottinger Bremswagenziehen habe der Verein mit Wichtlhuber auf einem Banner geworben, wie er als Sieger über die Ziellinie fährt. „Das Banner wollte er unbedingt haben und ich habe es ihm dann natürlich beim Ziehen geschenkt und er hat auch wieder gewonnen“, berichtet Breitwieser.
Der Pallinger, der in seiner Heimatgemeinde einen Baggerverleih betrieb und als Busfahrer tätig war, sei der Bekannteste der Szene gewesen und habe sich immer gefreut, wenn er dabei war. „Er hat das mit Freude gemacht, mit seinen Töchtern, seiner Frau – die ganze Familie war immer dabei. Er hat alle mit ins Boot geholt.“ Wichtig seien ihm auch die Pokale gewesen: „Der Pokal musste groß sein, je größer, desto besser.“ Bei den Traktoren habe Wichtlhuber nicht auf die Größe gesetzt, dafür aber „in den Gewichtsklassen die Leistungsfähigsten“ gehabt. Wichtlhuber habe aus der alten Technik so viel herausgeholt, wie nur möglich war. „Er hatte nie etwas Neues, sondern immer Oldtimer oder alte Traktoren.“ Dabei fuhr er laut Breitwieser fast ausschließlich Bulldogs der Marke Fiat.
In Otting habe man die Nachricht vom Tod Wichtlhubers als katastrophal aufgenommen: „Man hat ihn geschätzt, als lustigen und freundlichen Menschen. Mein herzliches Beileid an die ganze Familie, das ist eine Katastrophe. Mit 67 Jahren ist das einfach zu früh.“
Auf Instagram habe die Familie geschrieben, dass alle Veranstaltungen abgesagt seien – außer Otting. Inwiefern das Veranstaltungsteam für das Ottinger Bierzelt mit Bremswagenziehen am 26. Juli etwas Besonderes plane, stehe noch nicht fest und werde auch mit der Familie Wichtlhubers gemeinsam besprochen.
Staatsanwaltschaft
beantragt Gutachten
Wie berichtet, war Wichtlhuber am Wochenende von einer Probefahrt mit einem seiner Fiat-Traktoren nicht wie abgemacht zurück zu seiner Werkstatt gekommen, woraufhin sich Bekannte auf die Suche machten. Auf der Forststraße entdeckten sie ihn mit dem verunglückten Traktor. Doch jede Hilfe kam für den Pallinger zu spät. Er verstarb noch am Unfallort.
Wie es zum Unfall kam, ist bisher noch nicht bekannt. Durch die Staatsanwaltschaft Traunstein wurde ein unfalltechnisches und unfallanalytisches Gutachten eines Sachverständigen beauftragt. Die Erstellung des Gutachtens wird laut Pressesprecher Rainer Vietze mindestens sechs Monate dauern. „Mit dem beauftragten Gutachten soll der Sachverhalt aufgeklärt werden. Dabei geht es insbesondere um die Fragen, ob es Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt“, so Vietze.