Rosenheim – „Die Politik sind wir alle, der Sozialstaat gehört uns allen.“ Mit diesen Worten eröffnete Verena Bentele ihr Grußwort auf dem 21. Ordentlichen Kreisverbandstag, zu dem sich die Delegierten der 21 Ortsverbände des Sozialverbands VdK kürzlich im Happinger Hof versammelten. „Wir alle nutzen den Sozialstaat und finanzieren ihn“, so die Landesvorsitzende weiter, „also müssen wir auch Veränderungen des Sozialstaats gemeinsam gestalten.“
Der VdK ist laut Bentele „ein Verband, dem die Mitglieder nicht weglaufen, sondern zulaufen“. Die steigende Zahl der Mitglieder sei ein Zeichen für die Notwendigkeit des VdK, der sich unter anderem für Menschen mit Behinderung engagiert. Inklusion, auch im Bereich der Mobilität, sei wichtig: „U-Bahn-Fahren gehört zum Sozialstaat.“ Zudem müssten auch alle Menschen Bildungschancen haben.
„Wir begleiten wohlwollend kritisch die Politik der Regierung“, so Bentele zum Selbstverständnis des VdK, dessen Motto „Zukunft braucht Menschlichkeit“ lautet. Dies sei auch in der Rentendiskussion der Fall. Für viele Bürger stehe die Rente nicht auf drei Säulen, sondern sei eher „ein einbeiniges Wesen“, da sie nur die gesetzliche Rente bekämen, weil sie aufgrund ihres geringen Einkommens nichts ansparen konnten. Was die Alterssicherung angeht, könne Österreich Vorbild sein, so Bentele. Ein Problem sei aktuell, dass zwar alle Politiker Experten für die Straße von Hormus und den Buckelwal seien, sich aber kaum um soziale Angelegenheiten kümmerten. Für ihre Forderung nach sozialer Ausgewogenheit bei politischen Entscheidungen erhielt Bentele spontanen Applaus.
„Es ist schwer, vor einem Publikum zu sprechen, das mehr von der Sache versteht als man selbst“, sagte Landrat Otto Lederer in seinem Grußwort. Er ging in der Folge nicht auf Details der Sozialpolitik ein, würdigte aber allgemein die gesellschaftliche Leistung des VdK, der seine „Initialzündung 1945 in Rosenheim hatte“. Seine steigende Mitgliederzahl beweise seine Notwendigkeit. Der Kreisverband des VdK hatte Ende 2022 9.805 Mitglieder. Ende vergangenen Jahres waren es 11.536 in 21 Ortsverbänden, was einer Zunahme von etwas mehr als fünf Prozent pro Jahr entspricht.
Bei der Versammlung wurde auch ein neuer Vorstand gewählt. Die bisherige Vorsitzende Marianne Keuschnig, die in den 18 Jahren in dieser Funktion neben geselligen Veranstaltungen auch zahlreiche Informationsveranstaltungen, etwa zum Pensionssystem in Österreich, organisiert hat, kandidierte nicht mehr für dieses Amt. Zu ihrem Nachfolger wurde Willi Hofmann gewählt.
Seine Stellvertreter sind Hans Loy und Ulrike Plankl, Kassenverwalter ist Wolfgang Köck, Schriftführer Michael Zeisler, Vertreterin der Frauen Petra Pipahl und Vertreter der jüngeren Mitglieder Andreas Seebacher. Die Zahl der Beisitzer wurde auf Beschluss der Delegiertenversammlung von acht auf neun erhöht. Beisitzer sind Werner Leupold, Alois Herfurtner, Irene Schmidmeier, Rosemarie Raab, Michael Sasse, Peter Margraf, Elisabeth Staudacher, Susanne Albrecht und Ursula Meishammer. Zu Revisoren wurden Marianne Keuschnig und Franz Josef Sammer gewählt, zu Delegierten für den Landesverbandstag Willi Hofmann und Ulrike Plankl. Alfred Schubert