Rückschlag auf der Jagd nach dem Weltrekord

von Redaktion

Gut drei Millionen Höhenmeter wollte Christian Flühr aus Feldkirchen-Westerham an 250 Tagen auf Skiern zurücklegen und damit einen neuen Weltrekord aufstellen. Doch plötzlich wurde die Marke gebrochen. Was dahintersteckt und wie es dem Extremsportler nach knapp sechs Monaten Skifahren am Stück geht.

Feldkirchen-Westerham/ Sudelfeld – Mit einem der ersten Lifte in der Früh rauf und als einer der Letzten wieder hinunter. Was viele Skifahrer maximal eine Woche lang im Winterurlaub schaffen, macht Christian Flühr seit Dezember 2025 so gut wie jeden Tag.

Sein Ziel: 3,2 Millionen Höhenmeter talwärts mit Skiabfahrten sammeln und damit einen neuen Weltrekord aufstellen.

160 Tage Skifahren
ohne echte Pause

Doch nach rund 160 Tagen auf den Pisten trifft den selbst ernannten „Bond auf Brettern“ eine Nachricht, die alles verändert. „Der bestehende Weltrekord wurde überraschend auf 4,888 Millionen Höhenmeter nach oben geschraubt“, sagt Flühr. Grund dafür ist der bisherige Weltrekordhalter Thomas Hart. Bei dem Amerikaner wurde der Zeitraum für die gefahrenen „Downhill-Höhenmeter“ im Nachhinein verlängert, wodurch die Bestmarke von gut drei auf knapp fünf Millionen Höhenmeter korrigiert wurde. „Normalerweise sind die Vorgaben für einen Guinness World Record sehr strikt, daher verstehe ich diese nachträgliche Änderung nicht“, meint der 52-jährige Flühr.

Doch der Extremskifahrer aus Feldkirchen-Westerham will sich davon nicht unterkriegen lassen und ändert nun sein Ziel. Bis zum 10. November 2026 möchte er fünf Millionen Höhenmeter zurücklegen. „Die Motivation ist ungebrochen“, meint er. Wobei auf Nachfrage deutlich wird, dass auch „Mr. Weltrekord“ nicht immer schöne Tage erlebt. Wenn er bei strömendem Regen als Einziger seine Schwünge zieht oder trotz einer Erkältung weiterfahren muss, kommt auch Flühr an seine Grenzen. „Dann wird es vor allem mental richtig hart“, sagt er.

Rein physiologisch haben die 160 Skitage dagegen wenig Spuren hinterlassen. „Mein Körper hat gewissermaßen keine andere Wahl, als sich anzupassen“, meint Flühr.

Ein Umstand, der auch den Teamarzt Dr. Christian Schmidt fasziniert. „Pro Tag muss sein Bewegungsapparat über 30.000 Schläge abfedern. Das ist vergleichbar mit einem täglichen, hochintensiven Intervalltraining über mehrere Monate hinweg“, erklärt der Arzt. Einfach abkürzen kann Flühr nicht. Mit dabei ist neben seinem Team auch immer eine Person vom Guinness World Record, um die gefahrenen Meter zu dokumentieren.

Rekordjagd bis
November 2026

Im Winter hat Flühr den Großteil seiner Tage am Sudelfeld verbracht. Dort absolvierte er insgesamt 1.034 Fahrten und sammelte 258.626 Höhenmeter. „Es war großartig, dort zu fahren. Das Sudelfeld wird mit einem der größten Abschnitte zum Rekord beitragen“, sagt der Extremsportler. Auch am Hocheck in Oberaudorf war er zu Beginn seines Rekordversuchs unterwegs. Auf dem Flutlichthang hatte er mit 21.392 Höhenmetern einen seiner bisher besten Tage.

Um weiter jeden Tag auf der Piste verbringen zu können, sucht Flühr nun nach dem Schnee. In Ischgl durchbrach er vor wenigen Tagen die Zwei-Millionen-Höhenmeter-Marke. Anschließend geht es in zahlreichen Gletscherregionen auf der ganzen Welt weiter. „Ich reise zum Beispiel noch nach Neuseeland, Australien oder Argentinien“, berichtet Flühr. Am 10. November sollen dann fünf Millionen Höhenmeter in knapp einem Jahr auf dem Konto stehen und sein 15. Rekord offiziell im Buch der Guinness World Records eingetragen werden.

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