Bad Aibling – Der Palliativmedizinische Dienst (PMD) der Romed-Klinik in Bad Aibling feiert sein 20-jähriges Bestehen. Was 2005 mit zwei „Brückenzimmern“ begann, ist heute ein regional verankerter Dienst, der schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen mit Zeit, Respekt und fachlicher Expertise begleitet.
2004 schlossen sich die damaligen Landkreiskliniken in ein Kommunalunternehmen zusammen. Dabei galt es auch, das medizinische Profil einzelner Standorte zu schärfen.
Es herrschte Aufbruchstimmung und so entstanden 2005 im Rahmen einer Stationsleitungs-Facharbeit die ersten zwei „Brückenzimmer“, ein echtes „Bottom-up-Projekt“, getragen von allen Berufsgruppen. 2010 folgte der Antrag auf vier Palliativbetten; seit 2011 wirkt in der Romed-Klinik Bad Aibling der palliativmedizinische Konsiliardienst, stationsübergreifend im gesamten Haus – damals übrigens der erste in Südostbayern. Bis 2019 bündelte die Klinik Palliative-Care-Kompetenz mit bis zu fünf speziell qualifizierten Pflegekräften auf einer Station. Die Nachfrage steigt: von 66 Fällen im Jahr 2015 auf 218 in 2025; bis April 2026 wurden bereits 100 Patientinnen und Patienten begleitet. Das zeigt den Bedarf palliativer Angebote. Die stellvertretende Landrätin, Marianne Loferer, würdigte in ihrem Grußwort das Teamwork und die Haltung und sie betonte die regionale Bedeutung: „Der Palliativmedizinische Dienst ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der wohnortnahen Versorgung geworden – individuell, respektvoll und auf Augenhöhe.“
Die Jubiläumsfeier fand ihren Abschluss mit einer Filmvorführung, die eindrückliche Einblicke in die Arbeit des PMD lieferte, gespickt mit persönlichen Interviews und einem feinen Humor. Für musikalische Atmosphäre sorgte die Klinikband aus Bad Aibling. Die Veranstaltung endete mit einem großen Dank an alle, die das Projekt in den vergangenen 20 Jahren ermöglicht und getragen haben. Von 1.893 Krankenhäusern in Deutschland verfügen 336 über eine Palliativstation. Im Schnitt kommen 34 Palliativbetten auf eine Million Einwohner; empfohlen sind 50.
Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen setzt als Orientierungswert ein Hospizbett pro 60.000 Einwohner und ein Palliativbett pro 15.000. Die meisten Neugründungen fielen in die Jahre 2000 bis 2009. Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten kann eine Palliativstation wieder verlassen – ein Zeichen dafür, wie wirksam Symptomkontrolle und entlastende Begleitung sein können.