250 Einsatzkräfte bekämpfen Feuer

von Redaktion

Großbrand am Eschenauer See – Dürre, Wind und unwegsames Gelände machen Probleme

Eggstätt – Noch vor wenigen Tagen hatte der Kreisfeuerwehrverband Rosenheim vor der extremen Waldbrandgefahr am ersten Maiwochenende gewarnt. Am Samstag (2. Mai) forderte die Trockenheit ihr erstes Opfer: Am Eschenauer See in der Gemeinde Eggstätt brannten circa 2,4 Hektar Schilf ab. Beobachter schätzen, dass eine Fläche von etwa drei Fußballfeldern betroffen ist. 250 ehrenamtliche Einsatzkräfte waren vor Ort. Die Einsatzleitung hatte Hans-Jürgen Oeckel, der Kommandant der Feuerwehr Eggstätt.

Schilf, Seegras und
Torf völlig ausgedörrt

„Wir hatten in den vergangenen Tagen permanent Ostwind, der das Schilf, das Seegras und die oberen Torfschichten des Moores ausgetrocknet hat“, beschreibt der Kommandant die Ausgangslage. Ein aufmerksamer Spaziergänger aus dem benachbarten Niederham bemerkte den Brand am südlichen Ufer des Sees und informierte die Rettungsleitstelle.

Gegen 16 Uhr war die Feuerwehr Eggstätt am Brandherd. „Schon auf dem Weg war klar, dass wir das Feuer nicht allein unter Kontrolle bringen würden“, sagt Hans-Jürgen Oeckel. Er forderte aufgrund des Großbrands zusätzliche Einsatzkräfte und spezielle Ausrüstung an.

Löscharbeiten im Moor sind eine Herausforderung

Die Einsatzlage war problematisch: Aufgrund des Moorbodens war der Brand im Uferbereich des Sees mit tonnenschweren Feuerwehrfahrzeugen nicht zu erreichen. Die Flammen loderten direkt vor dem Südufer, sodass das Löschwasser nicht aus dem See entnommen werden konnte. „Außerdem musste befürchtet werden, dass der Westwind zu einem Überspringen der Flammen auf ausgedörrtes Schilf und Seegras, den Torfboden und Waldstücke entlang des Ufers führen könnte“, erläutert Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser.

„Wir sind mit unserem Löschfahrzeug mit Ach und Krach bis in die Nähe des Brandes gekommen“, erklärt Einsatzleiter Oeckel. Das war aber nur möglich, weil die Eggstätter Fahrzeuge mit spezieller Bereifung für ihr Einsatzgebiet ausgerüstet sind. „Es wurde eine Löschwasserversorgung im Pendelverkehr eingerichtet“, so Hans-Jürgen Oeckel. Das bedeutet, dass Löschfahrzeuge eine Kette bilden und sich von der Wasserentnahmestelle bis zum Brandherd im Wechsel selbst oder aber Abrollbehälter befüllen, um die große Distanz bis zur Einsatzstelle zu überbrücken. Da sie an der Straße parken mussten, waren zusätzliche Löschwasserleitungen – mit einer Länge von 250 bis 800 Metern – erforderlich.

In drei Abschnitten bekämpften die Angriffstrupps den Flächenbrand aus dem Westen, Süden und Nordosten mit jeweils zehn bis 15 Kameraden. Anfangs rückten sie in voller Atemschutzmontur aus. „Aber es war unsagbar heiß, sodass sie dann aus sicherer Entfernung ohne Atemschutz löschen mussten“, macht Oeckel klar. Hinzu kam eine weitere körperliche Anstrengung: „Auf Moorboden ist es sehr schwer, sich dem Feuer zu Fuß zu nähern.“ Gegen 17 Uhr drehte der Wind und „half“ bei den Löscharbeiten. „Der Ostwind kam uns zugute. Das Feuer lief zurück in Richtung See“, berichtet der Kommandant. Die Löscharbeiten gingen voran. Mit einer Drohne mit Wärmebildkamera konnten die Flammen auf der gesamten Fläche aus der Luft überwacht werden. „Das hat uns sehr geholfen“, so Oeckel. Im Moorboden wurden Probelöcher ausgehoben, um zu kontrollieren, ob der Torf schon glimmt. Soweit war es zum Glück noch nicht, denn wenn Torf brennt, entstehen schwer zu löschende Schwelbrände.

Brandfläche wurde
vorsorglich gewässert

Gegen 18 Uhr war der Brand gelöscht. „Wir haben die Fläche ordentlich gewässert, mit der Drohne weiter nach Glutnestern gesucht. Der Brand war komplett gelöscht“, bilanziert der Eggstätter Kommandant den Einsatz. Zu gefährlichen Situationen ist es glücklicherweise nicht gekommen. Durch den schnellen Einsatz von 20 Feuerwehren mit ihrer Technik und 190 Kameraden konnte der Brand schnell gelöscht werden. Der benachbarte Bauernhof war zu keiner Zeit gefährdet.

„Es war ein sehr professioneller Einsatz und eine sehr gelungene Zusammenarbeit der Rettungsorganisationen“, würdigt Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser die Leistung. Im Einsatz waren insgesamt 250 Rettungskräfte: 20 Feuerwehren aus Eggstätt, Frasdorf, Prien, Vogtareuth, Aschau im Chiemgau, Höslwang, Pittenhart, Schwabering, Rimsting, Seeon, Seebruck, Trostberg, Hemhof, Breitbrunn, Gstadt, Obing, Brannenburg, Nußdorf, Degerndorf und Roßholzen. Außerdem waren Technisches Hilfswerk, BRK, Johanniter, Polizei und Vertreter des Landratsamtes vor Ort.

Der Eggstätter Bürgermeister Christoph Kraus koordinierte die Versorgung der Einsatzkräfte. Michael Wierer brachte Getränke. Heidi Summer richtete Brotzeiten her. Die Kreisstraße RO10 war zwischenzeitlich vollständig gesperrt. Nach Polizeiinformationen war der Einsatz gegen 19.30 Uhr beendet. Die Brandursache ist nicht bekannt.

Außer dem abgebrannten Schilf und Seegras ist das Ausmaß des Umweltschadens noch nicht bekannt. Die Feuerwehren haben mit purem Wasser aus den Zuläufen des Eschenauer Sees gelöscht. In den nächsten Tagen müsse der Zustand des Moores begutachtet werden, kündigte Bürgermeister Kraus an.

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