Wolf in Wohnsiedlung unterwegs – Tirol reagiert mit Entnahme

von Redaktion

Beutegreifer nahe Kufstein erschossen – Sechste Maßnahme in 2026 – War es das Tier aus dem Chiemgau?

Tirol/Söll – Die Jagd ist vorbei. In der Nacht auf Freitag, 1. Mai, haben Jäger in der Nähe von Söll in Tirol einen Wolf „entnommen“. Das berichten mehrere österreichische Medien.

Das Tier sorgte für große Aufregung, als es Anfang der Woche, am 27. April, am helllichten Tag durch Kirchberg, einem Ort in der Nähe von Kitzbühel, spazierte. Mehrere Menschen filmten den Wolf dabei, wie er mitten in einer Siedlung in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern herumlief. Danach soll er über eine Wiese wieder im Wald verschwunden sein. Noch am selben Tage hatte die Tiroler Landesregierung eine Abschussverfügung für den „Risikowolf“ in den Bezirken Kitzbühel und Kufstein erlassen. In der Nacht auf den 1. Mai erfolgte der Vollzug. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, war das bereits die sechste derartige Maßnahme in Tirol in diesem Jahr. Und das, obwohl diese Vorgehensweise auch im Nachbarland umstritten ist und von Tierschützern scharf kritisiert wird.

In der Gegend um Kitzbühel und Kufstein hielt sich vor zwei Jahren auch immer wieder der Wolf auf, der zuletzt mehrfach im Chiemgau nachgewiesen werden konnte. Dort wird er inzwischen als standorttreu eingeschätzt. Das Tier mit dem Namen „Gw4028m“ machte Anfang März auf sich aufmerksam, da es ein Reh im Priental in der Nähe von Aschau im Chiemgau gerissen hatte.

Der Wolf gilt bislang allerdings als sehr scheu. Bis auf ein paar Risse von Wildtieren und wenigen Fotos ist über den großen Beutegreifer wenig bekannt. Eine erneute Sichtung zwischen Grassau und Bernau konnte nicht bestätigt werden.

Ob es sich bei dem entnommenen Wolf bei Söll auch um den Chiemgauer Wolf handeln könnte, darüber ist bislang nichts bekannt. Julian Baumeister

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