Mühldorf – Ein Heranwachsender soll am vergangenen Sonntag im Landkreis Mühldorf mehrere Verkehrsunfälle verursacht und danach jeweils die Flucht ergriffen haben – teils mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde. Das teilte gestern das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd mit. Die Kripo Mühldorf hat die Ermittlungen übernommen.
Gegen 19.30 Uhr soll der Tatverdächtige demnach mit einem schwarzen Ford Mondeo mit slowakischer Zulassung auf der Staatsstraße 2550 auf Höhe von Ecksberg in Fahrtrichtung Ampfing einen ersten Unfall verursacht haben. Ohne anzuhalten, setzte er seine Fahrt laut Polizei in nördliche Richtung fort.
Autorennen
mit Unfallgegner
Im Anschluss soll er mit dem Unfallgegner ein Autorennen ausgetragen haben – zunächst noch auf der Staatsstraße, später auf der A94 sowie der B299 in Richtung Neumarkt-St. Veit. Dabei soll er mehrere gefährliche Überholmanöver mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde durchgeführt haben.
Auf Fußgänger
zugehalten
Auf einem Feldweg im Bereich Erharting soll der Heranwachsende dann mit seinem Auto auf mehrere Personen zugefahren sein und dabei deren Gefährdung zumindest billigend in Kauf genommen haben.
Die Betroffenen konnten sich nach eigenen Angaben nur durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen – verletzt wurde niemand.
Bei diesem Vorfall soll der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug das Auto des Unfallgegners gerammt und erheblich beschädigt haben. Danach soll er sich erneut mit hoher Geschwindigkeit entfernt haben, bevor er beim Auffahren auf die B299 einen weiteren Unfall verursachte und abermals floh.
Die Polizeiinspektion Mühldorf leitete eine groß angelegte Fahndungsaktion ein. Einsatzkräfte der örtlichen Polizeidienststelle nahmen den dringend Tatverdächtigen schließlich im Bereich Mühldorf-Nord vorläufig fest. Sein vielfach beschädigtes Fahrzeug hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits abgestellt und seine Flucht zu Fuß fortgesetzt.
Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizei Mühldorf hat die Untersuchungen übernommen. Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein wird wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie weiterer Straftaten ermittelt.
Um insbesondere die Frage eines möglichen Tötungsvorsatzes beim Zufahren auf die Personen zu klären, beauftragte die zuständige Staatsanwältin einen Sachverständigen mit der Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens.
Die Staatsanwaltschaft stellte Haftantrag gegen den Tatverdächtigen. Am vergangenen Montag erließ der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Mühldorf einen Untersuchungshaftbefehl wegen Fluchtgefahr. Der Heranwachsende wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Zeugen sollen sich
bei Polizei melden
Die Ermittler bitten Zeugen, die am Sonntag, 3. Mai, im Bereich der Fahrtstrecke Staatsstraße 2550 – A94 – B299 verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder durch den schwarzen Ford Mondeo mit slowakischer Zulassung gefährdet oder geschädigt wurden, sich bei der Kriminalpolizeistation Mühldorf unter Telefon 08631/36730 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.