Ein Bus voller Hilfe für das Tierheim

von Redaktion

Das Tierheim Rosenheim stand kurz vor dem Aus, doch eine Welle der Hilfsbereitschaft konnte das Ende abwenden. Ein mit Spenden vollgepackter Bus aus München sorgt nun für neue Hoffnung. Trotz der großartigen Unterstützung bleiben die finanziellen Sorgen und der Betrieb ist noch nicht langfristig gesichert.

Rosenheim – Inzwischen schläft Andrea Thomas ein bisschen ruhiger als noch Anfang dieses Jahres. „Da war unsere Situation so dramatisch, dass wir die Abwicklung des Tierheimbetriebs ab Juni ins Auge fassen mussten“, erklärt die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rosenheim gegenüber dem OVB. Dass es nun doch nicht so weit gekommen ist, liegt vor allem an der massiven finanziellen Unterstützung, die der Verein seit seinem Hilferuf vor wenigen Monaten erhalten hat.

Welch große Wellen dieser Hilferuf geschlagen hat, zeigte sich auch am vergangenen Mittwoch vor Ort, als ein großer Reisebus vor dem Tierheim parkte. Im Bus befanden sich rund 20 hochmotivierte Helfer, die bereit waren, an diesem Tag im Tierheim mit anzupacken. Doch nicht nur das: Die Gruppe hatte unzählige Sachspenden im Gepäck. Aus dem Bus wurden rund 100 Kilo Futter, Kratzbäume, Körbchen und Co. ausgeladen. Das größte Geschenk wurde Andrea Thomas persönlich überreicht: ein Spendenscheck in Höhe von über 18.400 Euro.

Übergeben wurde der Scheck von Mitarbeitern des Online-Tierbedarfshändlers Zooplus. Und ebendiese sind es auch, die neben den zahlreichen Spenden gleich noch zum Arbeiten vorbeigekommen sind.

„Wir haben den Hilferuf auf Social Media gesehen, und als große Münchner Firma wollten wir da unbedingt unterstützen“, erklärte Lena Morawitz von Zooplus vor Ort. So wurde der Bus also mit Sachspenden und Mitarbeitern gefüllt und ab ging es nach Rosenheim. Das Geld kommt von den Zooplus-Kunden. „Wir haben ein Treueprogramm, bei dem die Kunden Punkte sammeln können. Eine Art, die Punkte einzulösen, ist, sie zu spenden“, erklärte Jonas Schultheiss, Chief Marketing und Sales Officer bei Zooplus. Nachdem alles ausgeladen wurde, ging es für die Zooplus-Helfer auch direkt ans Anpacken. Die Außenbereiche der Katzengehege wurden dank neuer Kratzbäume neu gestaltet. Und für die künftige Versorgung der Kleintiere wurde ein Hochbeet gebaut. Andrea Thomas zeigte sich begeistert von so viel Hilfsbereitschaft, von der der Verein in den vergangenen Monaten einige erfahren hat. „Das ist es, was uns das Ehrenamt wieder ein bisschen versüßt“, sagte sie. Doch die laufenden Ausgaben bleiben – und damit auch die Sorgen. „Zum Teil ist es wirklich hart“, sagte Thomas. Natürlich versuche man, die Kosten zu reduzieren, und habe bereits einige Maßnahmen ergriffen. Aber: „Wir hatten im Jahr 2024 Ausgaben von 1,4 Millionen Euro. Davon fast 600.000 Euro Tierarztkosten.“ Heißt also, um zu sparen, muss schlichtweg die Anzahl der im Tierheim lebenden Tiere reduziert werden. Was für Thomas allerdings auch klar ist: „Die Tiere, die bei uns sind, werden weiterhin bestmöglich versorgt.“ Zudem hat der Tierschutzverein kürzlich bestehende Fundtiervereinbarungen mit einigen Gemeinden in der Region gekündigt.

Denn die bisherige Pauschale deckte die Kosten für die im Tierheim aufgenommenen Fundtiere nicht mehr ab. Nun wird jedes Fundtier aus diesen Gemeinden einzeln abgerechnet. Langfristig gesehen wünscht sich Thomas eine kostendeckende Fundtierpauschale von den Städten und Gemeinden. Denn: „Die Fundtierversorgung ist eine kommunale Pflichtaufgabe.“ Heißt im Umkehrschluss: Würde es das Tierheim im schlimmsten Fall irgendwann nicht mehr geben, würden alle Fundtiere im jeweiligen Rathaus landen.

Für die Zukunft wünscht sich Thomas „ein kleines Wunder“. Eins, wie es das Tierheim schon häufiger erleben durfte.

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