Mann (51) eingeklemmt: Tödlicher Betriebsunfall in Mühldorf

von Redaktion

Realität übernimmt die Regie: Tragödie überschattet Blaulichttag der Feuerwehren

Mühldorf – Tragödie in Mühldorf: Dort ist am Samstagvormittag ein Mann (51) bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückt. Parallel dazu fand der Blaulichttag statt. Hier übernahm die Realität die Regie. So hat es sich abgespielt.

„365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag bereit zu sein – das verdient Dank, Respekt und Anerkennung.“ Mühldorfs Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber hat gerade zu ihrem Grußwort anlässlich des Blaulichttages angesetzt, da wird sie unterbrochen. Von einem Piepsgeräusch, das quer über den Volksfestplatz zu hören ist. Die Feuerwehrleute greifen hektisch in ihre Taschen, ein kurzer Blick auf das Smartphone und schnell ist klar: Sie müssen ausrücken.

Jetzt geht alles sehr schnell. Bevor der Zuschauer überhaupt erfassen kann, was da gerade passiert, wird die Soundanlage vom Strom getrennt, werden die Kabel verräumt, damit sie nicht zum Hindernis beim Spurt Richtung Einsatzfahrzeuge werden. Es tritt genau der Fall ein, den man sich an so einem Tag eigentlich nicht wünscht. Die Feuerwehr wird tatsächlich zu einem Einsatz gerufen. Von einer technischen Hilfeleistung ist zuerst die Rede. Es wird aber bereits getuschelt, dass es wohl einen Schwerverletzten gibt.

Wenig später nehmen die Floriansjünger Platz in ihren Fahrzeugen. Mit dabei Mößlings Kommandant Michael Jäkel, der am Unfallort dann auch den Einsatz leiten wird. Sein Mühldorfer Kollege Martin Strasser hält derweil die Stellung beim Blaulichttag.

Dann wird auch die Drehleiter eingefahren. Sie wurde nachalarmiert – so berichtet Kommandant Strasser einen Tag später den OVB-Heimatzeitungen –, nachdem auch von herabfallenden Gegenständen von einem Kran die Rede gewesen sei. Wenig später macht sich auch das Fahrzeug des Kriseninterventionsteams vom Blaulichttag aus auf den Weg zum Unfallort. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist selbst dem Laien klar: Da ist etwas ganz Schlimmes passiert.

Zunächst ist von einem Schwerstverletzten die Rede, als gegen 11.20 Uhr die Integrierte Leitstelle Traunstein einen Arbeitsunfall meldet. Konkret wird die Polizei am Samstagabend. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein Mitarbeiter des Betriebs in Mühldorf seinen 51-jährigen Kollegen zwischen mehreren Metallgegenständen eingeklemmt aufgefunden. „Der Mann hatte seinen Kollegen verlassen, war alleine im Betrieb unterwegs, kam nicht mehr zurück. Als sein Kollege nach einiger Zeit nach ihm suchte, fand er ihn leblos vor“, heißt es dazu von Daniel Katz von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Von einem „brutalen Gewicht“ ist die Rede, das auf den Körper eingewirkt habe.

Zur Klärung des Unfallhergangs wird ein Gutachter eingebunden. Die ersten Maßnahmen vor Ort erfolgen durch die Polizeiinspektion Mühldorf. Noch an der Unfallstelle übernimmt der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, die Ermittlungen. Wie die Polizei bekannt gibt, liegen aktuell keine Hinweise auf ein Fremdverschulden oder die Beteiligung Dritter vor.

Der Blaulichttag in Mühldorf wird trotz des tragischen Einsatzes fortgesetzt – auch, um den Besuchern zu zeigen, wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen ist. Doch der reale Einsatz dieses Tages führte allen Besuchern vor Augen, dass Hilfe nicht immer rechtzeitig kommen kann.

Josef Enzinger

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