Traunstein – Großalarm am gestrigen Sonntagmorgen um kurz nach 5 Uhr in Traunstein: Bei der Traunsteiner Feuerwehr sowie weiteren Rettungskräften ging die Alarmierung ein, dass am Waggon eines Nachtzugs, der von Salzburg in Richtung München unterwegs war, ein Brand ausgebrochen sei. Der Zug stoppte am Bahnhof in Traunstein. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass die Rauchentwicklung von einer Bremsanlage herrührte.
Technischer Defekt
an Bremsanlage vermutet
Rund 250 Fahrgäste mussten den aus Kroatien kommenden Nachtzug verlassen und wurden vorübergehend in einer nahe gelegenen Turnhalle untergebracht. Mehrere Personen hatten zudem Rauch eingeatmet und wurden vor Ort medizinisch betreut. Eine weitere Behandlung der Betroffenen im Krankenhaus war nach Angaben der Einsatzkräfte nicht erforderlich.
Erste Vermutungen zur Ursache für die Rauchentwicklung gehen von einem technischen Defekt an der Bremsanlage aus. Der entstandene Schaden wird nach ersten Einschätzungen als gering bewertet.
„Glücklicherweise konnte die Rauchentwicklung mit mehreren Feuerlöschern rasch unter Kontrolle gebracht werden“, so das erste Fazit des Traunsteiner Kommandanten und Einsatzleiters Christian Schulz gestern. „Dennoch war die hohe Personenzahl durchaus eine herausfordernde Situation, die die Rettungskräfte bewältigen mussten.“
Die Rauchentwicklung wurde ihm zufolge vom Zugpersonal entdeckt. Daraufhin evakuierten Mitarbeiter der Bahn die Passagiere am Bahnhof Traunstein aus dem Zug und gingen zudem selbst mit Feuerlöschern gegen die Rauchentwicklung vor, bis die ersten Rettungskräfte eintrafen. Durch den Einsatz mehrerer Handfeuerlöscher konnte die Rauchentwicklung rasch gestoppt werden. Darüber hinaus kam auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz, um die Temperatur an der Bremsanlage zu überwachen. Zusätzlich wurde eine Wasserversorgung zur weiteren möglichen Brandbekämpfung aufgebaut. Mehrere Atemschutztrupps waren im Einsatz und sorgten neben den Arbeiten am Zug auch für die Belüftung der Waggons.
Trotz des schnellen Löscherfolges war bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr Rauch in das Innere einiger Waggons gelangt. Einige Passagiere hatten dadurch Rauch eingeatmet. Alle Betroffenen wurden durch medizinisches Personal sowie einen Notarzt vor Ort untersucht. Glücklicherweise musste niemand ins Krankenhaus.
Strecke zwischenzeitlich
komplett gesperrt
Zeitgleich wurden die rund 250 Fahrgäste vorübergehend in die Turnhalle einer nahe gelegenen Schule gebracht. Sie sollten ihre Reise mit nachfolgenden Zügen fortsetzen. Der Verkehr auf dem viel befahrenen Streckenabschnitt zwischen Salzburg und München wurde zeitweise vollständig eingestellt. Nach etwa einer Stunde konnte die Strecke wieder freigegeben werden.
Neben den Feuerwehren aus Traunstein, Haslach, Wolkersdorf, Vachendorf und Erlstätt waren auch Rettungs- und Betreuungskräfte der Malteser sowie des Bayerischen Roten Kreuzes, die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, die Kreisbrandinspektion sowie ein Fachberater des Technischen Hilfswerks vor Ort. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen zur Ursache aufgenommen. Insgesamt waren rund 125 Kräfte im Einsatz.