Agrarminister Rainer findet in Rott klare Worte

von Redaktion

Beim Bierzeltbesuch in Rott am Inn machte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer deutlich: Die Landwirtschaft braucht mehr Dialog, Entlastung und weniger Bürokratie. Er würdigte zudem die wichtige Rolle der Frauen auf den Höfen.

Rott – Beim Besuch von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer am vergangenen Sonntagabend im Bierzelt in Rott standen die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft ebenso im Mittelpunkt wie der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Wertschätzung für die Menschen, die hinter den landwirtschaftlichen Betrieben stehen. Rainer war einer Einladung der CSU gefolgt.

„Miteinander reden
statt übereinander“

Der Minister machte deutlich, dass gerade in bewegten Zeiten der direkte Austausch wichtig ist. „Miteinander reden statt übereinander“, lautete eine seiner zentralen Botschaften. Gerade die Landwirtschaft benötige mehr Verständnis und einen offenen Dialog zwischen Politik, Verbrauchern und den bäuerlichen Familienbetrieben.

Aktuell sei das „Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“. Rainer würdigte die Rolle der Frauen auf den Höfen und in den Familien ausdrücklich. „Die Frauen in den Familien können alles“, betonte er unter dem Applaus der Besucher. Sie seien Organisatorinnen, Unternehmerinnen, Mütter und oft auch die stillen Kräfte im Hintergrund, die den Alltag auf den Höfen am Laufen halten würden.

Mit Blick auf das vergangene Jahr zog Rainer eine Zwischenbilanz der bisherigen Entwicklungen. Die Landwirtschaft stehe vor großen geopolitischen Herausforderungen, insbesondere durch die weltweiten Krisen. Internationale Konflikte, schwankende Märkte und wirtschaftliche Unsicherheiten würden sich direkt auf die heimische Land- und Ernährungswirtschaft auswirken.

Kampfansage an den
Bürokratie-Dschungel

Insbesondere die Verfügbarkeit und Preisschwankungen im Sektor der Düngemittel seien für die Landwirte eine stete Herausforderung, so Rainer. Die Situation der Erzeugerpreise bereite vielen Betrieben Sorgen. Diese seien stark von der jeweiligen Marktsituation abhängig. Deshalb müsse die Politik die Landwirte entlasten und ihnen wieder mehr Planungssicherheit geben. „Entlastung steht im Fokus“, erklärte der Minister.

Deutliche Worte fand Rainer auch beim Thema Bürokratie. Die Vielzahl an Vorschriften und Dokumentationspflichten belaste die Betriebe zunehmend. „Die Bürokratie nervt“, sagte er offen.

In seinem eigenen Haus habe man bereits damit begonnen, sie zu reduzieren – man sei um eine ganze Abteilung schlanker geworden, ohne dass dies negative Auswirkungen gehabt habe. Gleichzeitig gehe es darum, die Entstehung neuer Bürokratie möglichst zu verhindern – „vor allem in Brüssel“, so Rainer.

Inhaltlich sprach sich der Minister für mehr Freiheit und Wertschöpfung in der Agrarpolitik aus. Die Exportstärke Deutschlands sei ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. „Made in Germany“ müsse auch in der Land- und Ernährungswirtschaft wieder als echtes Qualitätssiegel wahrgenommen werden. Die Menschen könnten stolz auf die heimischen Produkte und deren internationale Vermarktung sein. Rainer erinnerte daran, dass jeder dritte Euro im Export verdient werde. Eine starke Exportvermarktung sei deshalb entscheidend, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern.

„Jeder soll essen,
was ihm schmeckt“

Zum Abschluss betonte er die Bedeutung der persönlichen Freiheit bei Ernährung und Konsum: „Jeder soll essen, was ihm schmeckt und was er mag – das ist eine freie Entscheidung.“ Er halte nichts von Vorgaben.

Der Auftritt des Bundeslandwirtschaftsministers im gut besuchten Bierzelt wurde von den Besuchern mit großem Interesse verfolgt und mehrfach mit Applaus begleitet.

Weil der Minister aufgrund seiner engen Terminsituation die Brotzeit nicht ausgiebig genießen konnte, überreichte ihm Alexander von Hagmann, Vorsitzender der CSU in Rott, noch eine kleine „Wegzehrung“ mit Rotter Genuss-Spezialitäten als Präsent der Rotter CSU.

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