Verständigung mit dem Herzen

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Die Daumen reden heute mehr als die Lippen.“ Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte niemand diesen Satz verstanden. Nun weiß vermutlich jeder, was gemeint ist: Früher ging man vor die Tür, um andere zu treffen. Heute geht man online. Früher saßen Menschen zusammen und schauten einander in die Augen. Jetzt sitzen sie zusammen und beobachten ihre Bildschirme. Mich fasziniert immer wieder, mit welcher Geschwindigkeit manche ihre Nachrichten ins Handy tippen. Die Jüngeren sind damit aufgewachsen. Auch weite Entfernungen bis in andere Erdteile sind kein Problem mehr – und mit einer kurzen Nachricht über den eigenen Standort findet man Freunde sogar im überfüllten Bierzelt. Kommunikation war noch nie so einfach – und gleichzeitig vielleicht noch nie so schwierig. Worte allein reichen nicht immer, und auch noch so viele Smileys können echte Gefühle nicht vollständig ausdrücken.

Die Erzählung von Pfingsten aus der Bibel berichtet von einem Sprachwunder. Menschen aus unterschiedlichen Ländern fangen an, einander zu verstehen. Das eigentliche Wunder war vermutlich nicht, dass plötzlich alle jede Sprache beherrschten. Das größere Wunder könnte gewesen sein: Menschen verstanden einander wirklich. Pfingsten erzählt von Gottes Geist, der keine Wörter übersetzt, sondern die Herzen verbindet. Echte Verständigung beginnt dort, wo Menschen einander aufmerksam ansehen, wirklich zuhören und auf Augenhöhe begegnen. Vielleicht ist das die Sprache, die unsere Welt gerade am meisten braucht. Nicht perfekt, aber voller Nähe – und von Herz zu Herz.

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