160 Hektar Wald sind zerstört

von Redaktion

Der Katastrophenfall ist beendet, doch die Einsätze laufen weiter: Zweieinhalb Wochen nach Ausbruch des Waldbrandes am Saurüsselkopf wurde jetzt ein Fazit gezogen. Traunsteins Landrat Danzer und Ruhpoldings Bürgermeister Pfeifer sind zwar voll des Lobes – aber ein zentraler Aspekt müsste sich dringend ändern.

Ruhpolding/Traunstein – Tagtäglich waren seit dem 4. Mai bis zu 360 Einsatzkräfte nötig und teils elf Lösch-Hubschrauber gleichzeitig in der Luft: Der Kampf gegen den Waldbrand am Saurüsselkopf (1270 m) südlich von Ruhpolding war ein wahrer Kraftakt in den vergangenen Wochen. In der Kreisausschusssitzung am Mittwoch (20. Mai) wurde ein erstes Fazit gezogen. Niemand sei zu Schaden gekommen, alles habe reibungslos funktioniert, zeigte sich Traunsteins Landrat Andreas Danzer (FW) zufrieden. „Ohne den Einsatz des Ehrenamts könnten wir gar nichts bewältigen. Dafür mein Dank!“

Ohne K-Fall „als Gemeinde
komplett überfordert“

Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer (CSU) richtete seinen Dank aber ganz bewusst auch ans Landratsamt: „Danke für die Ausrufung des Katastrophenfalls.“ Denn ansonsten wäre die Zuständigkeit in erster Linie bei der Gemeinde gelegen – so wie auch jetzt wieder, nachdem der Katastrophenfall mit dem 12. Mai beendet wurde.

„Wir wären als Gemeinde mit diesem Brand komplett überfordert gewesen. Weder finanziell noch personell wäre das leistbar“, so Pfeifer. Seit dem Ende des Katastrophenfalls gelten die Einsätze nur noch als „Koordinierungsfall“. Dass der Landkreis den Katastrophenfall bei einem „gewöhnlichen“ Waldbrand überhaupt ausrufen konnte, lag vor allem daran, dass das Feuer im Trinkwasserschutzgebiet Laubau ausbrach. „Freistaat und Bund müssen die Möglichkeiten für Kommunen schaffen, auch ohne offiziellen Katastrophenfall Großgerät an die Einsatzstelle bringen zu können“, so Pfeifer.

Denn besonders kompliziert wurde der Brand erst wegen der unzugänglichen Lage in den alpinen Steilhangbereichen. Erst der „K-Fall“ machte es möglich, dass auch die Bundeswehr mit Hubschraubern ausrückte. Deren 5.000-Liter-Löschwassertanks waren die größten, die beim Brand zum Einsatz kamen.

Brandursache und
Kosten noch unklar

Landrat Danzer pflichtete Pfeifer bei: „Die Gesetzeslage sagt bisher: Bei Waldbränden ist die Gemeinde zuständig, und nur im Katastrophenfall der Landkreis.“

Doch noch immer würden die Einsätze laufen, berichtete Ruhpoldings Bürgermeister. Täglich seien Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras rund um den Saurüsselkopf unterwegs – „zum Glück wird uns das nicht verrechnet“.

Überhaupt müsse man sich im Zuge des Klimawandels immer öfter auf ähnliche Waldbrände einstellen. Ohne genauere Zahlen nennen zu können, gestand auch Andreas Danzer: „Die Einsätze haben einiges an Kosten verursacht. Das wird uns auch nächstes Jahr noch begleiten.“

Warum genau der Brand ausbrach, hat die Polizei im Detail noch nicht ermittelt. Rund 160 Hektar wurden zerstört. Klar scheint laut dem Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz, Wolfgang Krämer, dagegen: „Zu keiner Zeit gab es eine akute Gefährdung des Trinkwassers, auch die letzten Befunde deuten nicht darauf hin.“

Die Quelle in der Laubau versorgt 30.000 Menschen im Landkreis, vorwiegend in Ruhpolding und Traunstein. Auch von der Luftverschmutzung ging keine Gefahr aus. „Wenn man durch den Landkreis gefahren ist, hat es, flapsig gesagt, nach Kachelofen gerochen, bis hinaus nach Traunreut.“

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