Inntal/Rosenheim – Als „interessante Woche“ beschreibt eine Sprecherin der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim das Szenario, das nach den Pfingstfeiertagen auf die Region zukommt. Bereits am gestrigen Dienstag bekamen Autofahrer die ersten Auswirkungen der jüngsten Blockabfertigung zu spüren. „Die stehen schon wieder bis hierher“, berichtete eine Pendlerin, die versuchte, auf Höhe von Bad Aibling auf die Autobahn zu kommen. Ähnliche Stimmen kommen wie so oft aus der Region entlang der gesamten Inntal-Autobahn, an der die Lkw-Schlangen die Aus- und Einfahrten zu den Gemeinden versperren.
„Gegen 9.45 Uhr reichte der Lkw-Rückstau in seiner höchsten Ausdehnung bis auf die A8 in Fahrtrichtung Salzburg auf Höhe von Kilometer 47,5 zurück, was einer Gesamtlänge von 42 Kilometern entspricht“, bestätigt die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim.
Auch in Fahrtrichtung München staute es sich demnach bis zur Tankstelle Samerberg Nord. Erst gegen Mittag löste sich dann der Stau gestern langsam wieder auf.
Doch im Laufe dieser Woche könnte es noch viel schlimmer werden. Bis einschließlich Donnerstag haben die Tiroler Dosierungsmaßnahmen an der Grenze zu Kufstein angekündigt. Hinzu kommt die Brenner-Blockade am kommenden Samstag. Auf Initiative von Karl Mühlsteiger, Bürgermeister von Gries am Brenner, wird zwischen 11 und 19 Uhr die Brenner-Autobahn gesperrt. Er möchte mit seiner „Notwehr-Demo“ auf die immense Belastung aufmerksam machen, der die Anwohner entlang der hoch frequentierten Verbindung nach Italien ausgesetzt sind.
Damit wird der Verkehr Richtung Tirol potenziell an vier von fünf aufeinanderfolgenden Tagen eingeschränkt oder gar komplett zum Erliegen kommen. „Wir sind uns der Situation bewusst”, bestätigt auch Stefan Sonntag, Pressesprecher der Polizeiinspektion Oberbayern Süd. Schon seit Jahren haben die Beamten mit den Folgen der Blockabfertigung auf deutscher Seite zu kämpfen. Auch diesmal wird versucht, den Verkehrsfluss speziell an den Ein- und Ausfahrten zu den Gemeinden zu gewährleisten. „Irgendwann kommt aber auch die Verkehrspolizei personell an ihre Grenzen“, meint Sonntag.
Hinzu kommt, dass sogar die einzige „Lücke“ am kommenden Freitag, 29. Mai, mit einer unangekündigten Blockabfertigung gefüllt werden könnte. Aus Angst, dass sonst zu viele Lkw-Fahrer versuchen könnten, an diesem Tag barrierefrei in den Süden zu kommen. Eine Nachfrage im Nachbarland ergibt noch keine offizielle Bestätigung. Allerdings rechnet die Tiroler Polizei durchaus damit, dass es auch am Freitag zu einer „Dosierungsmaßnahme“ kommen kann.
Wer dementsprechend noch in der ersten Pfingstferienwoche in den Urlaub Richtung Italien möchte, muss zum Start wohl erst einmal viel Geduld mitbringen. Korbinian Sautter