„Potenziale bei Holz-Nutzung nicht ausgeschöpft“

von Redaktion

Jahresversammlung der Waldbauernvereinigung in Rosenheim

Rosenheim – „Holz hat Zukunft“ – mit dieser Kernbotschaft hat die Jahresversammlung der Waldbauernvereinigung (WBV) Rosenheim ein deutliches Signal für die Bedeutung des Rohstoffes Holz gesetzt. Rund 120 Waldbauern kamen dazu kürzlich in den Gasthof Höhensteiger.

Als Gastredner trat Gerhard Penninger, Rundholzeinkäufer von Pfeifer Holz in Kundl, auf. Laut Penninger ist das Potenzial bei der Nutzung von Holz noch lange nicht ausgeschöpft. Die Wertschöpfung könnte erhöht werden, wenn Sägewerke nicht nur sägen, sondern hochwertige Endprodukte herstellen würden, sagte er. Da die Fichte aufgrund des Klimawandels Probleme bekomme, müsse ihr Holz sparsam verwendet werden. Penninger nannte mehrere Ansätze: Aussparungen für Fenster könnten bereits bei der Produktion berücksichtigt werden, Späne aus der Holzbearbeitung könnten als Dämmmaterial in Bauteilen eingesetzt werden, Altholz könnte zur Herstellung von Palettenklötzen wiederverwendet werden und Laubhölzer wie Buche könnten tragende Bauteile aus Beton ersetzen. Nicht mehr anderweitig verwertbare Reste wie die Rinde würden bei Pfeifer thermisch genutzt – in Heizkraftwerken erzeugen sie Strom und Wärme. Auf diese Weise werde das Holz zu 100 Prozent genutzt.

„Zur rechten Zeit das Richtige tun“ laute das Erfolgsrezept des Unternehmens, das Standorte in Österreich, Deutschland, Tschechien und Finnland betreibt und dort jährlich 4,5 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Allein im Werk in Kundl werden laut Penninger 710.000 Festmeter Rundholz pro Jahr verarbeitet.

Anna Bruckmeier, Leiterin des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim, betonte in ihrem Grußwort den Beitrag der Holzwirtschaft zur Reduzierung von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Ein Hektar Wald binde jährlich zehn Tonnen CO2. Hinzu komme, dass das in langlebigen Produkten gespeicherte CO2 entsprechend lange gebunden bleibe.

Landrat Otto Lederer rief die Waldbesitzer auf, „einen klimaresilienten Wald zu schaffen“. Der Landtagsabgeordnete Sepp Lausch ging auf den wirtschaftlichen Aspekt der Waldarbeit ein: „Am Ende des Tages muss auch was verdient sein, dann macht’s Spaß.“

WBV-Vorsitzender Alois Kalteis zog in seinem Jahresbericht ein positives Fazit: „2025 war ein gutes Jahr.“ Es habe wenig Waldschäden gegeben und der Holzpreis sei gut gewesen. Lediglich bei Papierholz und Hackschnitzeln zeigte er sich „nicht mit dem Preis zufrieden“. WBV-Geschäftsführer Michael Heffner berichtete, dass die Mitgliederzahl 2025 um 20 auf 3.277 gestiegen sei. Zusammen bewirtschaften die Mitglieder gut 22.000 Hektar Wald, wobei über 2.000 von ihnen Waldflächen von weniger als fünf Hektar besitzen. Mit 89 Waldbesitzern hat die WBV Waldpflegeverträge für eine Gesamtfläche von 1.267 Hektar abgeschlossen. In der Submission von Laubholz lagen ein Bergahorn mit 1.400 Euro und eine Eiche mit 1.000 Euro pro Festmeter an der Spitze, berichtete Heffner. Er rief die Waldbesitzer auf, die Submission stärker zu nutzen – hier bestehe Einkommenspotenzial.

Gleichzeitig warnte er vor einer drohenden Schädlingsgefahr: „Der Käfer kommt.“ Aufgrund der zu Pfingsten eingetretenen hohen Temperaturen sei mit einer starken Vermehrung des Borkenkäfers zu rechnen. Die Waldbesitzer sollten unbedingt „rausgehen und Bohrmehl suchen“.

Die Versammlung beschloss einstimmig eine Satzungsänderung: Das Tätigkeitsfeld der WBV Rosenheim wurde um die „Durchführung von Baumkontrollen“ und die „Erstellung von Gutachten“ erweitert. Zudem wurde festgelegt, dass Einladungen zu Versammlungen künftig nicht mehr alle Informationen im Druck enthalten, sondern nur noch auf deren Veröffentlichung auf der Homepage der WBV Rosenheim verweisen. Um den steigenden Arbeitsanfall zu bewältigen, wurde bereits eine weitere Arbeitskraft für das Büro eingestellt; im August nimmt zudem ein Forsttechniker seine Arbeit auf. Darüber hinaus sucht die WBV einen Holzvermittler für den Raum Brannenburg. Alfred Schubert

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