85-Jähriger kracht in Bäume und stirbt

von Redaktion

Bei einem Unfall auf der Miesbacher Straße bei Rosenheim ist am Dienstag ein 85-jähriger Autofahrer ums Leben gekommen. Er kam von der Fahrbahn ab, der Wagen überschlug sich, flog eine Böschung hinab und blieb zwischen Bäumen liegen. Die Unfallursache gibt noch Rätsel auf.

Stephanskirchen – Die traurige Nachricht folgte noch am selben Abend. Die Verletzungen waren zu schwer. Der 85-jährige Mann aus dem Landkreis Rosenheim hat es nicht geschafft – nur wenige Minuten nach der Ankunft im Krankenhaus starb er. Kurz zuvor hatte der Mann am vergangenen Dienstagnachmittag einen schweren Unfall auf der Miesbacher Straße. „Er war in Richtung Rosenheim auf der Staatsstraße 2095 unterwegs, auf Höhe der Abzweigung zum Ziegelberg wollte der Mann nach rechts von der Umgehungsstraße abfahren“, teilt Hauptkommissar Robert Maurer mit. In der Kurve passierte das Unglück.

Mit Auto eine
Böschung hinabgeflogen

Anstatt die Abfahrt ordnungsgemäß weiterzufahren, fuhr der 85-Jährige mitten in der Kurve geradeaus, „rumpelte“ über einen Grünstreifen, die andere Einfädelspur und krachte auf der gegenüberliegenden Seite in ein Waldstück. Dort flog das Auto einige Meter eine Böschung hinab, überschlug sich und blieb an mehreren Bäumen hängen. „Der 85-Jährige wurde durch den Aufprall in seinem Fahrzeug eingeklemmt“, berichtet der Hauptkommissar.

Bevor der Mann aus seiner Lage befreit werden konnte, musste die schwer zugängliche Unfallstelle abgesichert werden. „Zunächst haben wir die ganzen Gerätschaften den Hang hinuntergetragen“, sagt Christian Dreischl von der Feuerwehr Schloßberg. Danach hätten er und seine Kollegen sowie die Rettungskräfte der Feuerwehr Thansau das Auto „stabilisiert“. „Damit es bei der Bergung des Patienten nicht weiter den Abhang hinunterrutschen kann“, erklärt Dreischl. Um das zu verhindern, seien Keile unter das Fahrzeug geschoben worden, auch eine Ölwanne werde in solchen Fällen aufgestellt.

Sehr aufwendige
Bergung für Einsatzkräfte

Sobald das Auto am Hang gesichert war, schnitten die Rettungskräfte den Mann frei. Das Auto sei allerdings durch den Unfall schwer beschädigt gewesen. „Die Schäden waren deutlich. Der ganze Frontbereich hat gefehlt, auf der einen Seite hing das Vorderrad ein Stück weit weg und das Dach war vom Überschlag eingedrückt“, sagt Dreischl. Über das Dach haben er und seine Kollegen den Mann später auch befreit. „Wir haben das bis auf eine Säule weggeschnitten, bis wir es wegklappen und den Patienten aus dem Fahrzeug rausbringen konnten“, sagt Dreischl.

Obwohl die Bergung sehr aufwendig war, habe alles gut funktioniert, betont auch Kommandant Christian Holewa. Während sie den 85-Jährigen aus dem Auto holten, sei dieser die ganze Zeit noch ansprechbar gewesen. „Erst gegen Ende hat sich sein Zustand verschlechtert“, sagt Christian Dreischl. Nach ersten medizinischen Erkenntnissen ist der Mann später aufgrund seiner inneren Verletzungen verstorben.

Bislang geht die Polizei nicht davon aus, dass der Unfall aufgrund eines medizinischen Zwischenfalls beim Fahrer passiert ist. „Nach den Aussagen der Ärzte gibt es eher einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Unfallgeschehen“, sagt Hauptkommissar Maurer. Warum der 85-Jährige in der Kurve einfach geradeaus gefahren ist, sei deshalb Gegenstand der Ermittlungen. Auch ein Gutachten zur Klärung der Unfallursache wurde angeordnet.

Senior war wohl nicht zu
schnell unterwegs

Zeugen hätten berichtet, dass der Mann mit „normaler Geschwindigkeit“ unterwegs war, sagt der Polizist. Wie schnell der 85-Jährige tatsächlich gefahren ist, stehe bislang nicht fest. „Theoretisch ist an der Stelle Tempo 100 erlaubt“, betont Maurer. Es gebe aber keine Anzeichen, dass der Mann gerast sei. So scheide überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache genauso wie ein medizinischer Notfall wohl aus.

Die Geschwindigkeit könne dennoch eine Rolle gespielt haben. „Vielleicht war diese auch unangepasst, einfach zu schnell für den Kurvenradius“, sagt Maurer. Möglicherweise war der Fahrer auch anderweitig abgelenkt – durch ein Handy, das Radio oder andere Dinge. Zudem sei dem Verstorbenen Blut abgenommen worden, um zu prüfen, ob er vor der Fahrt Alkohol getrunken hatte. „Im Moment gibt es noch mehrere mögliche Unfallursachen. Das muss jetzt alles mit dem Gutachten aufgeklärt werden“, sagt Maurer.

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