Landkreis Ebersberg/Feldkirchen-Westerham – Ganz gemütlich stapft ein Elch an einer Kreuzung über die Straße. Im Hintergrund geht die Sonne hinter ein paar Bäumen unter. Ein paar Autofahrer halten mitten auf der Straße an, um sich das Spektakel anzuschauen. Handys werden gezückt, um den Moment festzuhalten. „Da ist einfach ein Elch“, sagt ein junger Mann, der sein Video auf Instagram postete. Viele sind sich sicher, bei dem stattlichen Tier muss es sich um den Elchbullen Emil handeln.
Auf Wanderschaft
in Bayern
Dieser befindet sich derzeit auf Wanderschaft in Bayern und wurde am vergangenen Montag gegen 21 Uhr im Bereich der Gemeinde Baiern, genauer gesagt im Ortsteil Berganger, gesichtet. An der Einmündung der Kreisstraße EBE15 in die Staatsstraße 2079 blockierte der Elch für kurze Zeit die Fahrbahn. Noch bevor die alarmierte Polizei der Inspektion Ebersberg vor Ort eintraf, war das Tier auch schon wieder im angrenzenden Unterholz eines Waldstücks verschwunden.
Doch wie nah ist nun der Elch an der Grenze zum Landkreis Rosenheim? Kurzzeitig gab es die Vermutung, dass das Tier sogar in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham am Rande des Ortsteils Großhöhenrain vorbeigelaufen sein könnte. Doch bestätigen kann das bislang niemand.
So teilt Karolin Lohwasser, Pressesprecherin der Kommune, auf OVB-Anfrage mit: „Offiziell ist bei der Gemeinde bisher keine Meldung über die Sichtung des Elchs eingegangen.“ Und auch die Polizeiinspektion Bad Aibling, die für das gesamte Mangfallgebiet zuständig ist, hat dazu noch keine Anrufe erhalten, wie der stellvertretende Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bad Aibling, Sebastian Thurnhuber, am Telefon sagt. Lediglich, dass der Elch recht nah an der Grenze zum Landkreis Rosenheim unterwegs ist, könne er bestätigen.
„Auf jeden Fall
im Auto bleiben“
Gleichzeitig hat der stellvertretende Dienststellenleiter aber auch einen wichtigen Appell an die Bürger. „Man sollte auf jeden Fall im Auto bleiben. Denn bei dem Elch handelt es sich um ein Wildtier, und die können bekanntlich auch mal gefährlich werden.“ Viele Menschen würden denken, dass es sich dabei um ein „Zootier“ handelt und man es sich auch aus der Nähe anschauen kann. Doch das sollte „dringend“ unterlassen werden. Wichtig sei, zu dem „robusten und großen“ Tier immer Abstand zu halten.
So sollte man bei
Sichtungen vorgehen
Noch wichtiger ist aber für Thurnhuber, dass Verkehrsteilnehmer nicht einfach auf der Straße stehenbleiben, um den Elch bei seiner Wanderung zu beobachten und zu fotografieren. Denn das könne Stau oder Unfälle verursachen.
Sollte Emil sich doch mal entscheiden, über die Grenze in den Landkreis Rosenheim zu kommen, muss nicht zwingend die Polizei informiert werden. „Nur, wenn Gefahr für Verkehrsteilnehmer besteht, sollte umgehend bei der Polizei angerufen werden“, so der stellvertretende Dienststellenleiter. Ansonsten soll Emil seine Wanderung durch das schöne Mangfalltal in Ruhe genießen können. Jennifer Beuerlein