Sudelfeld-Sperre für Motorradfahrer landet vor Gericht

von Redaktion

Richter ziehen nun sogar in Betracht, für die Verhandlung direkt an die Strecke zu kommen

Oberaudorf/Brannenburg – Des einen Freud ist des anderen Leid. Ungefähr so könnte man die Diskussion rund um die einseitige Sperre der Sudelfeld-Strecke für Motorradfahrer zusammenfassen. Während die Anwohner über die derzeit noch laufende Probephase froh sind, fühlen sich zahlreiche Motorradfahrer in ihren Grundrechten beschränkt. Genau aus diesem Grund hat auch der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) Klage gegen das Vorgehen des Landkreises Rosenheim eingereicht.

In einer fünfseitigen Klageerwiderung beantragte das Landratsamt daraufhin, die Klage abzuweisen, und führte diverse Begründungen an, warum sie unzulässig sei. Das Verwaltungsgericht München sieht dies offensichtlich anders. Es hat die Klage zugelassen, weshalb die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Sperre nun die Münchner Richter treffen werden. Wie eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts auf OVB-Anfrage erklärt, zieht das Gericht sogar in Betracht, sich selbst vor Ort ein Bild von der Situation zu machen – und auch die mündliche Verhandlung an Ort und Stelle durchzuführen. „Mit beidem ist vermutlich im Spätsommer/Herbst zu rechnen“, erklärt die Sprecherin. Heißt auch: Die Verhandlung wird voraussichtlich erst gegen Ende der Motorradsaison stattfinden. Zudem endet die zweijährige Probezeit der Maßnahme mit dem 31. Oktober 2026. Wie es danach weitergeht, steht bisher nicht fest. Dafür wird wohl letztlich auch das Urteil des Verwaltungsgerichts maßgeblich sein. „Der BVDM begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes München“, erklärt Michael Lenzen, Vorsitzender des BVDM. Die Entscheidung, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen, habe der Verband zudem äußerst positiv aufgefasst. Zu den Erfolgsaussichten möchte sich Lenzen allerdings nicht konkret äußern. „Wir haben ja schon relativ viele Prozesse gewonnen“, merkt er zwar an. „Aber wie es ausgeht, kann man im Vorhinein nicht sagen.“ Dies hänge auch von den Argumenten ab, die bei einer solchen Verhandlung vorgebracht würden. Dennoch: „Wir hoffen, dass auch dieses Mal das Gericht unseren Argumenten folgen wird.“

Zudem hätte man sich beim Verband gewünscht, dass das Thema bereits zu Beginn der Saison geklärt sein würde. „Aber es gibt nun mal nicht so viele Termine und die Gerichte sind überlastet – damit müssen wir einfach leben.“ Eine erneute Demo, wie sie bereits im vergangenen Jahr stattfand, zieht der Verband derzeit nicht in Betracht. „Wir haben unser Statement abgegeben und warten erst einmal ab, was das Gericht sagt“, erklärt Lenzen. Außerdem betont er: „Wir sehen das Problem, aber fordern andere Maßnahmen.“

Patricia Huber

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