Rosenheim – „Guten Morgen“, sagte Roland Maaß am vergangenen Samstag zu seiner 20-köpfigen Mannschaft. „Wir wissen auch noch nicht so recht, was wir heute zu tun haben”, erklärte der Zugführer vom THW Rosenheim. Und damit ging es den THWlern wie so vielen ehren- und hauptamtlichen Helfern an diesem Tag. Man hatte sich auf das Schlimmste vorbereitet. Kilometerlange Staus auf der Autobahn, blockierte Dorfstraßen in den Gemeinden der Region und alle Hände voll zu tun. Denn in Österreich kündigte man eine Demo auf der Brennerautobahn an. Die Folge: eine Vollsperrung. Und das ausgerechnet am mittleren Pfingstferien-Wochenende. In den Augen vieler Verkehrsexperten war das ein Rezept für den Super-GAU.
Brenner-Demo: Autofahrer bewiesen Vernunft
Doch am Ende wurde die ganze Region überrascht. Und zwar von der Vernunft der Autofahrer. All die Warnungen von Polizei, Katastrophenschutz und Co. scheinen Früchte getragen zu haben. Die Straßen waren leer. Vermutlich leerer als an jedem anderen Samstag im Frühsommer in der Region. Weder in der Stadt noch auf der Autobahn drängte sich der Verkehr.
Und die organisierten Rettungskräfte? Die standen sich am Samstag hauptsächlich die Füße in den Bauch. Ein Unfall auf der A8 auf Höhe Bernau Richtung München mit vier Beteiligten sorgte beim THW kurz für Aufregung. An der Unfallstelle angekommen, stellte sich aber schnell heraus, dass bereits genug Rettungskräfte vor Ort waren. Die Helfer des THW konnten schnell wieder abziehen.
Ähnlich ereignislos gestaltete sich der Tag bei den Maltesern in Rosenheim. „Im Großen und Ganzen hatten wir einen größeren Einsatz auf Höhe Bernauer Berg. Ansonsten mehrere kleinere Hilfeleistungen und Pannenabsicherung“, berichtete Kevin Braun, Einsatzabschnittsleiter der Motorradstaffel, am frühen Nachmittag.
Insgesamt seien es bis dahin etwa zehn Einsätze gewesen. Braun war an diesem Tag für die Koordination der Helfer auf den Motorrädern im Landkreis zuständig. „Im Grunde ist alles relativ ruhig”, sagte er. Da die Bevölkerung den Hinweisen so gut gefolgt sei, „ist das große Chaos ausgeblieben“.
„Wir sind glücklich, so wie es ist“, erzählte Braun dem OVB, während im Hintergrund auf der Rettungswache noch reges Treiben herrschte und die Einsatzkräfte sich ihre wohlverdiente Verpflegung abholten. Zahlreiche Motorradfahrer standen auch am Nachmittag noch bereit, falls es doch noch zum größeren Einsatz kommen sollte.
Erleichterung bei
den Einsatzkräften
„Wir sind froh, dass es so gekommen ist“, war sich auch Roland Maaß vom THW mit seiner Truppe einig. Und ähnlich sah man es auch bei den Maltesern. Letztlich sei man lieber auf das Schlimmste vorbereitet und komme dann nicht zum Einsatz.
Auch wenn die Einsicht der Urlauber dazu geführt hat, dass die Einsatzkräfte einen eher entspannten Tag verbringen konnten. Dieser Tag hat vor allem eins gezeigt: Egal was kommt, das Ehrenamt steht bereit. Am Wochenende, in den Ferien, frühmorgens und spätabends.
Der Landkreis Rosenheim ist dank seiner Helfer bestens vorbereitet. Und zwar auch, weil zahlreiche Menschen ihre Freizeit geopfert haben, um im Ernstfall bereitzustehen.