Es kommt nicht oft vor, dass die Vernunft siegt – bei der Brennersperre am Samstag war dies der Fall. Wahrhaft außergewöhnlich, eigentlich nicht zu glauben. Natürlich wurde im Vorfeld unermüdlich auf diesen Tag hingewiesen. Dass das Verkehrschaos ausgeblieben ist, war jedoch nicht zu erwarten. Entsprechend groß das Lob von Polizei und Einsatzkräften für die Reisenden, die sich als ungemein flexibel zeigten.
Damit es nicht nur bei diesem seltenen Moment der Einsicht bleibt, gilt es jetzt die Gunst der Stunde zu nutzen. Es ist richtig, dass sich die bayerischen Inntaler mit den Tiroler Transit-Rebellen vereint haben. Auch sie sind Geschundene: Willkürliche „Dosierungsmaßnahmen“ der Tiroler „Nachbarn“ mit kilometerlangen Staus gehören inzwischen zum Alltag. Und dann droht da noch der Brenner-Nordzulauf mit monströsen Bauten, die – sollte er planungsgemäß durchgewunken werden – nicht nur das Landschaftsbild, sondern das Gesamtgefüge im durchaus noch bäuerlich geprägten Inntal für immer verändern werden. Das Klagelied der Inntaler ist ebenso lang wie das der Bürger im Wipptal. Es wird zum gellend lauten Protestsong werden bei den angekündigten, weiteren Demonstrationen am Brenner: Die bayerischen Inntaler sind ganz sicher dabei!