Mann (44) wegen Mordes an seiner Ehefrau vor Gericht

von Redaktion

Leiche von Eman E. im Juni 2025 im Wald in der Nähe von Bad Aibling gefunden – Prozessbeginn am 9. Juni

Bad Aibling – Mindestens zwei Jahre lang soll Abdelrehim M. seine Frau Eman E. gequält haben, körperlich wie seelisch. Weil sie ihn verlassen wollte, habe er die Frau erschlagen und ihre Leiche im Wald versteckt. Davon geht die Staatsanwaltschaft aus, die dem Ägypter Mord aus niedrigen Beweggründen vorwirft. Am 9. Juni beginnt am Landgericht Traunstein der Prozess gegen den mittlerweile 44-Jährigen, der seit fast einem Jahr in U-Haft sitzt.

Im Juni 2025 hatte die Polizei die Leiche von Eman E. in einem Waldstück in der Nähe von Bad Aibling entdeckt. Ein zufälliger Fund: Ein Spaziergänger war am Rande eines Waldweges auf ein herrenloses Kinderfahrrad gestoßen. Weil er sich Sorgen machte, dass da möglicherweise ein Kind in Not geraten war, rief er die Polizei. Beamte durchkämmten das Gelände, über den Wipfeln des Forstes schwebte ein Hubschrauber.

Auch ein Personenspürhund war im Einsatz, und er schlug auch tatsächlich an. Aber nicht, weil er auf die Spur eines Kindes gestoßen war, sondern weil er menschliche Überreste gewittert hatte. Es handelte sich um Eman E., wie schon die Beamten am Ort des Geschehens erkannten: Bei der Leiche wurde das Kopftuch entdeckt, das Eman E. auf dem Foto trug, mit dem die Polizei nach ihr gesucht hatte.

Sieben Monate zuvor, am 11. November 2024, war die Ägypterin vermisst gemeldet worden. Sie habe die Wohnung in Bad Aibling verlassen und sei nicht mehr zurückgekehrt, hieß es. Mit hohem Aufwand suchten die Behörden nach der Mutter von drei kleinen Kindern. Doch nirgendwo fand sich eine Spur der 34-Jährigen. Tatsächlich hatte ihr Mann sie zum Zeitpunkt der Vermisstenmeldung schon getötet, indem er mit einem stumpfen Gegenstand, womöglich einem Hammer, auf sie einschlug.

Es war das tödliche Ende eines Martyriums. Bereits seit Ende 2022 soll der Mann seine Frau misshandelt haben. Als sie ihm ihre Absicht mitteilte, sich von ihm zu trennen und mit den drei Kindern nach Ägypten zurückzukehren, soll er sie umgebracht haben.

Danach habe er den leblosen Körper in eine Decke und in einen Plastiksack gewickelt, ihn in den Kofferraum seines Autos geladen und zu dem Waldstück zwischen Ellmosen und Jarezöd gebracht, heißt es laut Anklage. Abdelrehim M. ging weiter seiner Arbeit als Koch in einer Klinik nach. Den Kollegen habe er sich als alleinerziehender Vater ausgegeben, dem die Frau davongelaufen sei, heißt es. Eine Lüge, wenn es nach der Anklageschrift geht. Bereits zwei Tage nach dem Fund der Leiche wurde der damals 43-jährige Ägypter in Untersuchungshaft genommen. Seitdem ermittelte die Polizei, um die Motive dieser Tat zu klären.

So durchsuchten Hundertschaften der Polizei mehrmals das Waldgelände, um Spuren zu sichern. Anwohnerbefragungen sollten weitere Details klären. Nun scheint die Staatsanwaltschaft sicher zu sein: Abdelrehim M. hat seine Frau brutal ermordet. Ab 9. Juni wird sich zeigen, ob das Landgericht Traunstein den Erkenntnissen der Ermittler folgt. Vorerst sind elf Verhandlungstage bis Ende Juli festgesetzt.Michael Weiser

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