Königspython „Baby“ ausgebüxt

von Redaktion

Große Sorge nach dem Umzugsstress: In Bad Aibling wird Königspython „Baby“ schmerzlich vermisst. Das Tier büxte unbemerkt aus. Während die Besitzerin in großer Sorge ist, gibt eine Expertin Entwarnung. Warum niemand Angst haben muss und wie man reagieren sollte, wenn man sie entdeckt.

Bad Aibling – „In 23 Jahren ist mir das noch nie passiert“, erzählt Bianca, die nicht mit vollem Namen genannt werden will, am Telefon. Erst kürzlich ist sie mit ihrer Tochter aus Nordrhein-Westfalen nach Bad Aibling gezogen. Und im Umzugsstress ist es dann passiert: Königspython „Baby“ ist entkommen. „Meine Tochter und ich heulten uns hier den ganzen Tag schon die Augen aus“, berichtet Bianca mit brüchiger Stimme.

Transportbox
nicht richtig zu

Dass die Schlange überhaupt entkommen konnte, war dem Umzug geschuldet. Da das Terrarium noch nicht fertig war, befand sich „Baby“ noch kurzzeitig in seiner Transportbox. „Ich habe ihm dann noch eine Wärmflasche reingelegt“, berichtet Bianca. „Und als ich später wiedergekommen bin, habe ich gesehen, dass die Box nicht richtig zu war.“ Und schon war „Baby“ verschwunden.

Glücklicherweise hatte er sich aber zunächst nur hinter dem Schrank im Schlafzimmer versteckt. Der war allerdings zu schwer, um ihn zu verschieben. Also machte sich Bianca auf, um Werkzeug für den Abbau zu organisieren. Ehe sie zurückkam, hatte sich die Schlange aber auch aus diesem Versteck aus dem Staub gemacht. „An diesem Tag war es sehr warm draußen. Ich habe die Befürchtung, dass er es auf dem Balkon sehr spannend fand und dann runtergefallen ist“, sagt Bianca. Nun hofft sie, dass „Baby“ vielleicht irgendwo durch Zufall entdeckt werden könnte, und lobt zudem einen Finderlohn für die Schlange aus. Außerdem bekräftigt sie, dass man vor der 24 Jahre alten Königspython keine Angst haben muss. „Er ist nicht giftig und nicht gefährlich“, betont sie. „Er hat noch nie gebissen und war sogar schon mal in der Schule dabei. Ich würde ihn sogar einem Dreijährigen in die Hand geben.“

Dass von einer Königspython keine große Gefahr ausgeht, bestätigt auch Jennifer Vogl von der Auffangstation für Reptilien in München. „Die Königspython ist eigentlich dafür bekannt, dass sie sehr entspannt ist“, erklärt Vogl.

„Die Tiere sind dafür bekannt, dass sie sich bei Gefahr zu einem Ball einrollen, und sie tendieren eher weniger zum Beißen.“ Zudem wird diese Schlangenart maximal 1,5 Meter lang. „Baby“ ist seiner Besitzerin zufolge zwischen 1,30 und 1,40 Meter lang. Ein Biss sei zwar unangenehm, erklärt Vogl, aber deutlich weniger gefährlich, als beispielsweise von einer Katze gekratzt zu werden. Eigentlich stammt diese Schlangenart Vogl zufolge aus Zentralafrika. Heißt also: Sie ist sommerliche Temperaturen gewohnt. „Wenn die Temperaturen unter 20 Grad fallen, kann es auch mal lebensgefährlich werden.“ Dann bestehe die Gefahr einer Lungenentzündung. Im Frühling oder Winter endet eine solche Situation wie die der Aiblinger Königspython meist tödlich. Bianca hofft jedenfalls, ihren „Baby“, ihr Familienmitglied, schon bald wieder bei sich zu Hause zu haben.

Zunächst ein
Foto machen

Sollte man die Schlange entdecken und sich nicht sicher sein, ob es sich um „Baby“ handeln könnte, hilft die Reptilien-Auffangstation in München. „Am besten wäre tatsächlich immer, wenn man aus einer guten Entfernung ein Bild vom Tier macht“, sagt Vogl. Dieses kann man schließlich an das dortige Notfallhandy unter der Telefonnummer 0177/3213154 schicken und erklären, wo das Tier gesichtet wurde. Aber auch Bianca selbst nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 0177/6365402 dankend entgegen.

Für das Einfangen seien schließlich Polizei oder Feuerwehr zuständig. Bei „Baby“ sollte sich das einfacher gestalten. „Er ist sehr neugierig und zutraulich“, betont Bianca. „Nur am Kopf ist er empfindlich.“ Beißen würde er aber niemals, betont sie. „Er ist richtig, richtig lieb.“

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