Rohrdorf – Es ist offiziell: „Drei Millionen Euro für eine neue Geh- und Radunterführung unter der Autobahn A8.“ Dieser Satz von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sorgte am vergangenen Mittwochmorgen in Rohrdorf für große Erleichterung. „Endlich kann das losgehen, wofür die Gemeinde seit über 50 Jahren kämpft!“ So reagierte Bürgermeister Simon Hausstetter auf das, was viele Anwohner als überfällig betrachten.
Erster Antrag
in den 1960er-Jahren
Denn das erste Schreiben zu dem Thema an die Regierung von Oberbayern stammt aus den 1960er-Jahren. Die Bitte: ein Durchgang für Fußgänger und Radfahrer, denen auf dem Weg nach Thansau nur 70 Zentimeter bleiben, um sich am Rand der bestehenden Unterführung durchzuquetschen. Absprachen, Anträge und Unfälle prägten seither die Diskussion. Den Durchgang einfach selbst zu erweitern, kam für die Gemeinde Rohrdorf nicht infrage, da es sich um eine Staatsstraße handelt, für die sie als Kommune eigentlich nicht zuständig ist. Doch die Bitten an den Freistaat wurden bisher nicht erhört. Der Grund: „Im Rahmen des Ausbaus der A8 wird auch ein neues Unterführungsbauwerk geplant“, hieß es vonseiten der Staatsregierung. Bis dahin müssten sich die Rohrdorfer gedulden.
Doch die Gemeinde blieb hartnäckig und nach jahrzehntelangem Kampf fand sich eine Lösung. Die eigenständige Geh- und Radunterführung wurde als sogenannte kommunale Sonderbaulast geplant, die nun vom Freistaat gefördert wird. „Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 4,84 Millionen Euro. Der Freistaat Bayern übernimmt hiervon 3,045 Millionen Euro“, heißt es in der Mitteilung des bayerischen Verkehrsministeriums. Eine Förderung von rund 75 Prozent. „Wenn man es genau nimmt, ist das eher eine 25-prozentige Förderung von uns als andersherum“, meint Hausstetter. Doch das Wichtigste für ihn und die Gemeinde ist es, dass er mit dieser offiziellen Zusage Bernreiters nun endlich loslegen kann. „Es ist alles schon so lange geplant, wir können im Prinzip sofort anfangen“, sagt der Rathauschef.
Schon im Juli
soll es losgehen
Bereits im Juli sollen die Bagger anrücken. Bis im Frühjahr 2027 könnte die zusätzliche Unterführung fertig sein. Der bestehende Durchgang soll in dieser Zeit befahrbar bleiben. „Die Einschränkungen werden somit minimal“, meint Hausstetter. „Ich freue mich, dass die Bauarbeiten nun bald starten können“, betont auch Bernreiter. Die Rohrdorfer haben definitiv lange genug darauf gewartet. Korbinian Sautter