Rosenheim/Eggenfelden – Das Herz des Weko-Gründers Helmut Weber hat wenige Tage vor seinem 87. Geburtstag aufgehört zu schlagen. Auf Wunsch des Verstorbenen findet die Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis im Lichtwald Eggenfelden statt. Nicht nur seine zwei Töchter und Söhne mit ihren Familienangehörigen trauern um ihn, sondern auch die Belegschaften aller Weko-Unternehmen in Pfarrkirchen, Rosenheim, Linden, Genderkingen, Heubach und Posen sowie viele Weggefährten und Freunde.
„Helmut Weber, Gründer der Weko-Unternehmensgruppe, war ein Macher mit großer Tatkraft und Weitblick. Er gehörte zu der Unternehmergeneration, die ihre Häuser nicht nur führte, sondern Standorte und neue Konzepte entwickelte, Märkte prägte und es verstand, andere mitzureißen und von seinen Ideen zu begeistern.“
Dieses Zitat eines engen Freundes von Helmut Weber sagt mehr als tausend Worte und beschreibt ihn kurz und prägnant.
Alois Weber, Besitzer und Betreiber einer Mühle und eines Sägewerks in Kohlstorf (ein Weiler des Marktes Arnstorf in Rottal-Inn), legt mit der Gründung einer Schreinerei 1948 den Grundstein für das Einrichtungshaus Weko. Sein Sohn Helmut Weber ist damals gerade neun Jahre alt. Der Vater lässt Helmut Weber mehrere Berufe erlernen. Nach Müller- und Schreinerlehre absolviert Helmut Weber sein Studium zum Ingenieur für Holz- und Kunststofftechnik in Rosenheim.
Nach mehrjähriger Praxis im Norden Deutschlands kehrt Helmut Weber nach Kohlstorf zurück, übernimmt den elterlichen Betrieb und fertigt Couchtische in kleiner Auflage. In dieser Zeit beginnt er auch mit dem Möbelhandel. Der Name „Weko“ ist geboren (WEber KOhlstorf). Das Unternehmen bestand damals aus drei Mitarbeitern. Das erste Einrichtungshaus entsteht 1972 in Linden, das nach 14 Jahren aus allen Nähten platzt, ehe es Helmut Weber zu einem neuen, attraktiven Einrichtungshaus an der B388 in Linden umbaut. Mit 31.000 Quadratmetern Geschäftsfläche, davon 16.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, zählt Weko damals schon zu den größten Einrichtungshäusern in Deutschland. 185 Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen zu dieser Zeit.
Wenige Jahre später wird auch dieser Standort zu klein für das expandierende Unternehmen. Da in Linden keine Erweiterungsmöglichkeit besteht, errichtet Helmut Weber 1994 in neuer Dimension ein attraktives Einrichtungshaus in Pfarrkirchen mit insgesamt 68.000 Quadratmetern Geschäftsfläche, davon über 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. 450 Mitarbeiter sind jetzt im Unternehmen tätig. Mehr als 1.000 Gratis-Parkplätze stehen für die Kunden zur Verfügung.
Der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, Otto Wiesheu, verlieh 2000 dem Pfarrkirchner Unternehmen den bayerischen Qualitätspreis, die höchste Auszeichnung für Qualität, die in Bayern verliehen wird. Weko wurde als erstes Einrichtungshaus überhaupt mit dem bayerischen Qualitätspreis ausgezeichnet.
Neben der Eröffnung von zwei Schleuder-Maxx-Standorten in Linden (1996) und Rosenheim (2009) war die Eröffnung im Jahr 2003 am Stadtrand von Rosenheim mit dem zweiten Weko-Standbein ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgruppe.
„Nach langem, mehrjährigem Ringen und einem Bürgerentscheid sind alle Hürden für die Errichtung eines neuen Einrichtungshauses in Rosenheim genommen“, freute sich damals Helmut Weber bei der Eröffnungsfeier.
Mehr als 120.000 Artikel werden auf 30.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche angeboten. Die Geschäftsfläche in Rosenheim ist 66.000 Quadratmeter groß, 360 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.
Weko Rosenheim ist mit einem Parkhaus ausgestattet und bietet über 1.000 Gratis-Parkplätze. Besonderer Publikumsmagnet ist das Restaurant mit seiner großen Panorama-Terrasse mit sensationellem Bergblick. Ein Bergblick, den der Verstorbene auch von seinem Wohnsitz in Raubling aus hatte, ist für ihn irdische Vergangenheit, ein wohlwollender Blick von oben auf seine geschaffenen Werke können sich seine Nachkommen aber durchaus gut vorstellen.
fRANZ rUPRECHT