Feuerwehrmann stirbt im Einsatz an Fronleichnam

von Redaktion

Kolbermoors Feuerwehr trauert um Kameraden Markus Behnke

Kolbermoor – Die Kolbermoorer Feuerwehr trägt Trauer: Im Rahmen eines Einsatzes rund um die Fronleichnamsprozession am Donnerstag, 4. Juni, ist das aktive Feuerwehrmitglied Markus Behnke (54) zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben. Kolbermoors Kommandant Armin Hörl, der eine halbe Stunde vor dessen Zusammenbruch mit Behnke noch per Whatsapp Kontakt hatte, sagte gegenüber dem OVB über seinen „besten Freund“: „Er war immer da, wenn er gebraucht wurde.“

Es waren dramatische Minuten, die die am Einsatz beteiligten Feuerwehrmitglieder noch lange verfolgen werden: Wie auch in den Jahren davor hatten Mitglieder der Feuerwehr am Donnerstagvormittag die Straßenabsperrung für die Fronleichnamsprozession übernommen, darunter auch Markus Behnke. Als der Einsatz schon fast zu Ende war, brach der 54-Jährige plötzlich vor den Augen seiner Kameraden zusammen.

Kameraden eilen
sofort zur Hilfe

Nach Angaben von Hörl, der zu diesem Zeitpunkt die Feuerwehrmesse Interschutz in Hannover besucht hatte, eilten dem 54-Jährigen sofort Kameraden zur Hilfe. Sie erkannten den Ernst der Lage und versuchten ,,dem 54-Jährigen Hilfe zu leisten. Auch der Rettungsdienst sei schnell vor Ort gewesen, habe Behnke dann ins Krankenhaus gebracht. Doch letztlich konnte der Kolbermoorer nicht gerettet werden.

„Den Einsatz vor Ort haben wir sofort abgebrochen. In so einem Moment ist es nicht möglich, den Dienst einfach weiterzumachen“, erklärt Hörl, der seinem Team vor Ort „ein absolut professionelles Verhalten“ bescheinigte.

Anschließend waren die am Einsatz beteiligten Mitglieder ins Kolbermoorer Feuerwehrhaus eingerückt und wurden dort von Mitgliedern der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreut. Hörl hatte sich, nachdem er von dem dramatischen Zwischenfall erfahren hatte, sofort ins Auto gesetzt und war von Hannover nach Kolbermoor gefahren, um den Kameraden beizustehen.

„Menschlich und fachlich ist das ein brutaler Verlust“, sagt Kommandant Hörl, der im selben Alter wie Behnke ist: „Wir hatten vor, gemeinsam in Rente zu gehen.“ Welche Eigenschaften er an ihm besonders bewundert hat? Dessen Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit: „Auf ihn konnte man sich 100-prozentig verlassen.“

Liebevoller
Spitzname

Auch seine fachlichen Qualitäten – nicht umsonst wurde der Maschinist von seinen Kameraden liebevoll „Mechanix“ genannt – werden der Kolbermoorer Feuerwehr fehlen.

Besonders tragisch: Vor gut einem Jahr hatte Behnke im Standesamt der Stadt geheiratet, seine Kameraden hatten Spalier gestanden. Vollzogen hatte die Trauung damals der heutige Bürgermeister Thomas Rothmayer, der sich gegenüber dem OVB „absolut geschockt und fassungslos“ zeigt. „Markus war wirklich mit Leib und Seele Feuerwehrmann“, erinnert sich Rothmayer, der am Donnerstag ebenfalls ins Feuerwehrhaus geeilt war, um den Mitgliedern der Feuerwehr beizustehen.

Lichtblick für den neuen Kolbermoorer Bürgermeister in diesen dunklen Stunden ist, dass die Frau des Verstorbenen ebenfalls tief in der Kolbermoorer Gesellschaft verwurzelt sei. „Sie wird von vielen Leuten aufgefangen“, ist der Rathauschef daher überzeugt.

Was auch Kommandant Hörl bestätigen kann: „Sie ist gut in die Gemeinschaft eingebunden. Auch wir werden sie unterstützen und für sie da sein“, verspricht der 54-Jährige. Mathias Weinzierl

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