Region – Bei den Einbürgerungen war das Jahr 2025 ein absolutes Rekordjahr: Gut 332.500 Ausländer haben 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. In Bayern waren es 59.573. Auch in der Region sind die Zahlen entsprechend hoch wie nie zuvor. In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf sowie in der Stadt Rosenheim waren es insgesamt 2820 Menschen, die jetzt auch einen deutschen Pass besitzen.
Die meisten Anträge
von Türken
Am höchsten ist die Zahl der Einbürgerungen mit 715 im Landkreis Mühldorf, knapp gefolgt vom Landkreis Traunstein mit 695. In der Stadt Rosenheim waren es voriges Jahr 405 Einbürgerungen, im Landkreis Rosenheim 380. Am niedrigsten sind die Zahlen im Landkreis Berchtesgadener Land mit 329 und im Landkreis Altötting mit 296 Einbürgerungen. In den vergangenen Jahren sind die Werte stark gestiegen: In allen Landkreisen der Region waren es im Jahr 2022 mit 1187 Einbürgerungen weit weniger als die Hälfte. Auch in den Jahren zuvor hatten die Landkreise Traunstein, Rosenheim und Mühldorf immer die höchsten Einbürgerungszahlen der Region.
Der bisherige Höchststand an Einbürgerungen wurde Mitte der 1990er-Jahre verzeichnet: 40.200 waren es in Bayern im Jahr 1995 – jetzt wurde die Zahl mit einem Schlag übertroffen. Allein im Vergleich zum Vorjahr ist in Bayern die Zahl der Einbürgerungen um 51 Prozent gestiegen. Im Freistaat kamen die meisten Anträge von Türken, die allein elf Prozent aller Antragsteller ausmachten. Es folgen Menschen mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit, Syrer, Kosovaren und Russen. Der überwiegende Teil nutzt die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft.
Wer seit fünf Jahren dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland lebt, hat unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Einbürgerung: Man muss sich zum Grundgesetz bekennen, aber auch zum Schutz des jüdischen Lebens oder zur historischen Verantwortung Deutschlands für den Nationalsozialismus. Der Einbürgerungstest muss abgelegt werden und auch gute Grundkenntnisse der deutschen Sprache und Schrift braucht es. Zudem müssen Bewerber eigenständig für ihren Lebensunterhalt aufkommen können und dürfen nicht vorbestraft sein. In 907 Fällen wurden in Bayern 2025 Einbürgerungsanträge abgelehnt. Die Einbürgerung für Erwachsene kostet 255 Euro.
Der „Pass-Turbo“
spielt kaum eine Rolle
Quasi keine Rolle spielte 2025 die mittlerweile abgeschaffte Turbo-Einbürgerung mit verkürzter Aufenthaltsdauer aufgrund besonderer Integrationsleistungen. Lediglich 1.500 Menschen wurden noch innerhalb dieser zu Ende Oktober 2025 gestrichenen Möglichkeit eingebürgert. Das war weniger als ein Prozent aller Einbürgerungen.