Mühldorf – Pendler in Mühldorf sind Kummer gewohnt. Die eingleisige Strecke nach München ist störungsanfällig, immer wieder haben die Regionalzüge Verspätung. Derzeit müssen die Züge (noch bis einschließlich kommenden Sonntag) wegen Bauarbeiten in Markt Schwaben enden, danach heißt es Umsteigen in einen Bus.
Umso verwunderlicher ist eine Nachricht, die in Bahnkreisen kursiert: Mühldorf wird zum Fernverkehrshalt – wenigstens vorübergehend.
Ab Montag, 15. Juni, fahren täglich drei Eurocitys je Richtung auf der Strecke auf dem Weg von und nach Wien. Die Züge halten auch in Mühldorf und Simbach am Inn.
Grund ist
die Korridorsanierung
Möglich macht es die sogenannte Korridorsanierung der Bahn: Noch bis 10. Juli ist der Abschnitt Nürnberg-Regensburg voll gesperrt. Am Sonntag, 14. Juni, beginnt außerdem die Sanierung der Strecke zwischen Regensburg-Obertraubling und Passau. Die zweigleisige Strecke wird dafür bis 12. Dezember ebenfalls voll gesperrt, da die Bahn Stellwerke, Oberleitung, Gleise und Dämme saniert.
Auf der Strecke verkehren eigentlich auch ICE-Züge nach Wien. Um Fahrgästen Ersatz zu bieten – wenn auch mit einem riesigen Umweg – wird in der Bauphase das Angebot über München erweitert. „Mühldorf und Simbach am Inn profitieren somit bis Dezember von täglich sechs Eurocity-Halten“, bestätigt eine Bahnsprecherin auf Anfrage der Redaktion.
Fahrzeit unterscheidet
sich kaum
Allerdings: Für normale Pendler sind die Züge, die in München um 10.21, 14.21 und 18.21 Uhr abfahren (in der Gegenrichtung ab Mühldorf 10.49, 12.51 und 20.51 Uhr), kaum nutzbar: Man benötigt ein Eurocity-Ticket, das Deutschlandticket gilt nicht. Auch die Fahrzeit der Züge unterscheidet sich mit rund einer Stunde nicht wesentlich von der eines Regionalzuges. Da die Mühldorfer Strecke bisher nicht elektrifiziert ist, muss die Bahn den Eurocity von einer Diesellok ziehen lassen. In Wels/Oberösterreich ist dann ein Lokwechsel geplant. Dirk Walter