Feldkirchen-Westerham – Der Schock sitzt noch tief. Am Montagabend wurde ein Teil der Grundschule Feldkirchen-Westerham zum Schauplatz von Zerstörungswut und Verwüstung. In einer Pressemitteilung teilt die Gemeinde mit, dass sich wohl zwischen 17 und 22 Uhr bislang unbekannte Täter Zutritt zum Schulgebäude verschafft haben. „Dort verwüsteten sie die Toiletten auf zwei Etagen und verstopften gezielt die Abläufe von Waschbecken“, heißt es weiter. „Anschließend ließen sie das Wasser laufen. Die Folge: Die Becken liefen über, Wasser trat aus, verteilte sich im Stockwerk und sickerte durch die Decke in die darunterliegenden Räume.“
„Dieser Vorfall
ist schäbig und feige“
Für die Gemeinde ist dieser Vandalismus-Fall nicht hinnehmbar. So sagt Bürgermeister Johannes Zistl: „Dieser Vorfall ist schäbig und feige. So etwas hat bei uns keinen Platz.“ Hinzu kommt, dass ein „erheblicher Sachschaden“ entstanden ist und mit ihm ein großer personeller Aufwand. „Dieses Geld fehlt an anderer Stelle – auch bei wichtigen Projekten wie der Planung einer neuen Schule“, so der Rathauschef laut Mitteilung. „Die Leidtragenden sind letztlich die gesamte Schulfamilie sowie die Bürgerinnen und Bürger. Die Verantwortlichen müssen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.“
Um herauszufinden, wer für diese Tat verantwortlich ist, hat die Gemeinde Feldkirchen-Westerham eine Belohnung von bis zu 1.500 Euro ausgesetzt. „Die Belohnung wird an die Person ausgezahlt, deren Hinweis wesentlich zur Aufklärung der Tat beiträgt. Bei mehreren hilfreichen Hinweisen kann der Betrag entsprechend aufgeteilt werden. Von der Auslobung ausgeschlossen sind Mitarbeiter der Gemeinde sowie beteiligte Behörden“, heißt es dazu in der Mitteilung. Doch sind bereits Hinweise eingegangen? Das OVB hat bei der Gemeinde nachgefragt.
„Zum jetzigen Zeitpunkt – einen Tag nach Veröffentlichung – sind beim Ordnungsamt noch keine konkreten Hinweise eingegangen“, sagte Karolin Lohwasser, Pressesprecherin der Kommune, gestern. Die Gemeinde hofft, dass sich das bald ändert und sich durch den öffentlichen Aufruf vielleicht doch noch Personen melden, die zur Aufklärung beitragen können.
Reinigungsarbeiten
dauern noch an
Sie erklärt weiter, dass der Schaden bereits in der Nacht bemerkt und durch die Gebäudeverantwortlichen und Hausmeister so weit wie möglich eingedämmt wurde. „Dennoch mussten einzelne Toiletten gesperrt werden, was im Schulalltag zu organisatorischen Herausforderungen führt“, sagt Lohwasser. „Dank des engagierten Einsatzes aller Beteiligten konnte die Situation jedoch so bewältigt werden, dass kein Unterricht ausfallen musste.“ Während also der Unterricht stattfindet, dauern die aufwendigen Reinigungs- und Sanierungsarbeiten noch an.
Vor allem der Wasserschaden sei beträchtlich und lasse sich nicht auf die Schnelle beheben. Auch der Schaden an Trockenbau und Estrich sei erheblich. „Die Beseitigung der Folgeschäden wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen und ist mit entsprechenden Kosten verbunden“, sagt die Pressesprecherin. Eine genaue Schadenssumme könne sie derzeit noch nicht benennen. Aufgrund der Schadenshöhe habe die Gemeinde auch umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet. Lohwasser sagt weiter: „Der Vorfall belastet die Gemeinde nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell spürbar.“
Die Polizeiinspektion Bad Aibling bestätigt, dass eine Anzeige erstattet und von den Beamten aufgenommen wurde. „Das Ganze wird nun von uns bearbeitet, das heißt, dass die Ermittlungen noch laufen“, erklärt ein Sprecher der Polizei. Allerdings gebe es zu wenig Anhaltspunkte in diesem Fall, an denen die Beamten anknüpfen können. Deshalb hoffen auch sie auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Daher hat die Gemeinde die Belohnung ausgesetzt. Die Entscheidung sei bewusst getroffen worden, um einen zusätzlichen Anreiz für mögliche Zeugen zu schaffen, erklärt Karolin Lohwasser.
„Ziel ist die Aufklärung des Vorfalls und die Identifizierung der Verantwortlichen. Darüber hinaus setzt die Maßnahme ein klares Signal: Vandalismus wird in unserer Gemeinde nicht toleriert und konsequent verfolgt.“ Denn Schäden an öffentlichen Einrichtungen beträfen immer alle Bürger der Kommune, und deshalb sei es der Gemeinde wichtig, dass deren Schutz „höchste Priorität“ hat. „Gleichzeitig wird durch solche Vorfälle die Bereitschaft beeinträchtigt, zusätzliche Angebote zu schaffen. Umso wichtiger ist es der Gemeinde, Verantwortung einzufordern“, sagt Lohwasser.
Vorfall kein
Einzelfall in der Gemeinde
Für die Gemeinde ist der aktuelle Vorfall leider kein Einzelfall. Vor einigen Jahren kam es bereits zu einer vergleichbaren Situation. „Damals wurde in den Bereich der Mittagsbetreuung eingebrochen, wobei es ebenfalls zu Sachbeschädigungen kam“, erklärt Lohwasser. Hier habe es allerdings ein „Happy End“ gegeben. Denn die Verursacher konnten durch Hinweise aus der Bevölkerung ermittelt und auch zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Gemeinde hofft, dass es im aktuellen Fall genauso endet, und bittet Bürger, die am Montagabend etwas Verdächtiges im Bereich der Grundschule oder des Pausenhofs gesehen haben, sich an das Ordnungsamt unter Telefon 08063/9703101 oder per Mail an ordnungsamt@feldkirchen-westerham.de oder an die Polizei zu wenden.