Polizei präsentiert Top-Zahlen und eine Warnung

von Redaktion

Im Landkreis Rosenheim lebt es sich sehr sicher, sogar sicherer als im Rest Bayerns, wie die Bilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd zeigt. Dennoch gibt es Bereiche wie Betrugsdelikte und die Verkehrssicherheit, die Sorgen bereiten.

Rosenheim – „Es ist nicht nur sicher, wenn man in Bayern lebt, sondern nochmal sicherer, wenn man im Landkreis Rosenheim lebt“, freute sich Landrat Otto Lederer. Beim gemeinsamen Sicherheitsgespräch mit Michael Siefener, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, und Tim Gruber von der Bundespolizei kamen Zahlen auf den Tisch.

35.602 Einsätze fuhren die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im vergangenen Jahr im Landkreis Rosenheim. Das ergibt knapp 100 Einsätze pro Tag. Im Jahr 2024 waren es mit 33.784 Einsätzen weniger. Dennoch: Die Zahl der Delikte ist um 3,7 Prozent zurückgegangen. 2.949 Delikte kommen im Landkreis auf 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Im bayernweiten Schnitt sind es 4.094 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

„Was die großen Zahlen anbelangt, haben wir hier in unseren Dienststellen eine sehr gute Bilanz vorzuweisen“, erklärte Siefener. „Auf der anderen Seite haben wir aber auch ein paar Bereiche, die uns Kopfschmerzen bereiten.“ Dies seien allerdings Bereiche, die bayernweit auffällig seien. Keine landkreisspezifischen Probleme also. Besonders erfreut zeigte sich Siefener über die Aufklärungsquote im Landkreis, die bei über 78 Prozent liegt. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 68,1 Prozent. „Für einen Straftäter ist die Gefahr, dass er hier im Landkreis erwischt wird, wirklich exorbitant hoch“, sagte der Vizepräsident. Schlechte Nachrichten für Kriminelle, gute für die Bevölkerung. Die hat Siefener auch im Bereich der Wohnungseinbruchskriminalität zu verkünden. So gab es im Landkreis im vergangenen Jahr 31 Wohnungseinbruchsdiebstähle in Privathaushalten. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 27,9 Prozent gesunken. Und: In 17 Fällen blieb es beim reinen Versuch. „Das heißt, der Täter hat aufgegeben, weil beispielsweise die Wohnung besonders gesichert war, oder man aufmerksame Nachbarn hatte.“

Doch während es in den meisten Bereichen Positives zu vermelden gab, machte Siefener auch auf Punkte aufmerksam, die dem Präsidium Sorgen bereiten. Einer davon ist der Callcenter-Betrug. „Wenn man sich die Zahlen ansieht, könnte man auf den ersten Blick meinen, dass es gar nicht so tragisch ist.“ Schließlich waren es im gesamten Präsidiumsgebiet 9,9 Prozent weniger Taten als noch im Vorjahr.

Wie tragisch die 67 Fälle des vollendeten Betrugs aber wirklich sind, zeigt sich vor allem an der Schadenssumme. Denn die ist im Vergleich zum Vorjahr massiv gestiegen. Lag sie 2024 noch bei knapp 2,5 Millionen Euro, sind es in diesem Jahr schon über fünf Millionen Euro. „Wenn man es auf den Landkreis herunterrechnet, waren es acht vollendete Taten und etwa 500.000 Euro Schaden“, so Siefener. Daher ist es ihm besonders wichtig, darauf hinzuweisen, niemandem, der sich als Staatsanwalt oder Polizist ausgibt, Geld oder Wertgegenstände zu übergeben. „Da müssen alle Alarmglocken klingeln!“

Verkehr: Künftig mehr
Kontrollen gegen Raser

Besonders deutlich fiel im Landkreis der Rückgang bei der Rauschgiftkriminalität aus: Die Zahl der Fälle sank um 33,4 Prozent. Dennoch ist dieser Bereich den Beamten noch „ein Dorn im Auge“. Denn durch die Cannabis-Teillegalisierung habe die Polizei weniger Handhabe, erklärte Siefener. „Und wir haben nicht festgestellt, dass der Schwarzmarkt ausgetrocknet ist.“ Zudem seien aktuell sehr viel mehr härtere Drogen im Landkreis im Umlauf – insbesondere Kokain. Der Preis ist laut Siefener drastisch gesunken, die Nachfrage gestiegen und kriminelle Organisationen bringen die Drogen aus dem Ausland nach Deutschland. „Es ist keinerlei Entwarnung, dass wir in diesem Bereich niedrigere Zahlen haben.“ Und damit kam der Vizepräsident auch schon auf einen Bereich zu sprechen, der ihm besonders wichtig ist: Verkehrssicherheit. Im vergangenen Jahr gab es im Landkreis Rosenheim 6.788 Verkehrsunfälle, bei denen 1.362 Personen teils schwer verletzt wurden. „Das sind Schicksale. Diese Menschen sind teilweise lebenslang gezeichnet“, betonte Siefener. Sieben Menschen starben. Und dennoch würden genau in diesem Bereich die Gefahren oftmals unterschätzt.

„Da wird zu schnell gefahren, da tippt man auf dem Handy rum, ist unachtsam …“, zählte der Vizepräsident auf. „Nahezu jeder schwere Verkehrsunfall wäre vermeidbar gewesen, wenn sich die Betreffenden an die Verkehrsregeln gehalten hätten.“ Dieser Bereich sei nach wie vor eine große Baustelle für die Beamten.

Heißt auch: Künftig wird mehr kontrolliert. Mehr Geschwindigkeitskontrollen, mehr Abstandskontrollen auf der Autobahn und verstärkte Kontrolle des Handy-Verbots am Steuer.

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