Stephanskirchen – Für die Beamten der Rosenheimer Polizei war es ein etwas ungewöhnlicher Einsatz. „So etwas erleben wir tatsächlich nicht alle Tage“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer am Telefon. Am vergangenen Samstag gegen 7 Uhr seien gleich mehrere Notrufe auf der Dienststelle eingegangen. Autofahrer berichteten davon, dass auf dem Steinbreitenweg, in Richtung Salzburger Straße, elf Rinder unterwegs sind.
„Wir haben dann versucht, die Rinder in eine naheliegende Wiese zu treiben“, sagt Maurer. Einer seiner Kollegen stellte währenddessen den Kontakt zum Besitzer her. „Die Polizei hat mir am Telefon mitgeteilt, dass meine Rinder ausgebüxt sind“, sagte der Landwirt aus Stephanskirchen. Er habe sich sofort auf den Weg gemacht, vorab noch kurz seinen Cousin angerufen und um Unterstützung gebeten.
Noch nie ausgebüxt
„Wahrscheinlich haben die Rinder einen Draht abgerissen, gekämpft oder wurden durch ein Reh aufgeschreckt“, vermutet der Landwirt. Er habe die Tiere bereits seit mehreren Jahren, ausgebüxt seien sie bislang nur ein einziges Mal. Vor Ort angekommen, hätten seine Tiere „recht ruhig“ auf der Wiese gestanden. „Ich weiß nicht, warum sie so weit gelaufen sind“, sagt der Landwirt.
Er sei froh, dass das Ganze so glimpflich abgelaufen ist. Aus der Ruhe bringen ließ er sich von diesem Vorfall jedoch nicht. „Als Landwirt muss man mit allem rechnen“, sagt er. Seine Rinder würden in der Regel gut auf ihn hören und hätten sich auch sofort wieder auf ihre Heimatweide treiben lassen – begleitet von einer Polizeistreife.
„Das lief vollkommen problemlos ab“, bestätigt auch Hauptkommissar Robert Maurer. Er vermutet, dass Fälle dieser Art zwei- bis dreimal im Jahr passieren. Nicht immer würden sie so glimpflich ablaufen wie am Samstag. Die Rinder haben ihren Ausflug unbeschadet überstanden. „Sie fressen gerade auf der Weide“, sagt der Landwirt. Anna Heise