Familie stirbt bei Unfall nahe Marktl

von Redaktion

Ein zweijähriges Kind und seine Eltern sterben bei einem Unfall bei Marktl. Der Wagen der Familie war auf der B12 mit einem Lastwagen zusammengestoßen. Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr kann ein solches Unglück zu einer schweren Belastung werden.

Marktl – Bei einem schweren Unfall auf der B12 bei Marktl sind am Samstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch ein zweijähriges Kind.

Der 46-jährige Fahrer geriet aus bislang unbekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem Lastwagen zusammen. Für die Einsatzkräfte bedeutete das Unglück nicht nur technische Rettungsarbeit, die Situation kann auch für sie zur Belastung werden.

Einsatz schwer
zu verkraften

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall gegen 5.11 Uhr kurz nach dem Autobahnende bei Marktl. Ein 46-jähriger Mann aus München war mit seinem VW auf der B12 in Richtung München unterwegs, als sein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geriet und frontal mit einem entgegenkommenden ungarischen Sattelzug kollidierte.

Der Familienvater sowie seine 44-jährige Frau und das zweijährige Kind wurden durch den Unfall im Auto eingeklemmt und erlagen an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Ob der Lastwagenfahrer noch versucht hatte, auszuweichen, kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Der 50-jährige Fahrer des Lastwagens wurde leicht verletzt. Beide Fahrzeuge erlitten Totalschaden.

Die Schadenshöhe wird beim Auto auf etwa 8.000 Euro und beim Lastwagen auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Zu den genauen Unfallursachen kann die Autobahnpolizei Mühldorf bislang keine Angaben machen. Ein Gutachter soll nun den Unfallhergang klären, zudem müssen Zeugenaussagen ausgewertet werden. Die B12 gilt in diesem Bereich als Unfallschwerpunkt. Neben den Feuerwehren aus Altötting, Marktl, Niedergottsau, Stammham und Burghausen waren auch die Autobahnmeisterei sowie der Rettungsdienst im Einsatz. Die B12 war in diesem Streckenabschnitt bis Mittag gesperrt. Für die Rettungskräfte ist ein solcher Einsatz nicht nach dem Ende der Arbeiten an der Unfallstelle abgeschlossen.

Gerade schwere Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang können auch bei erfahrenen Einsatzkräften nachwirken.

„Ein solcher Unfall ist schwer zu verkraften, vor allem weil ein Kind unter den Opfern ist“, erklärt Moritz Piechotka, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Altötting. Eine erste Herausforderung für die Feuerwehr sei bereits der Beginn eines Einsatzes. Denn die Informationen aus einem Notruf seien oft nur ein erster Anhaltspunkt. Menschen, die einen Unfall melden, stünden oft unter großer Anspannung, zudem könnten Sprachbarrieren die Einschätzung der Lage erschweren. „Man weiß nie, was einen vor Ort tatsächlich erwartet. Die Aktiven stellen sich auf das Schlimmste ein.“

Notfallversorgung
für die Retter

Während des Einsatzes selbst seien die Einsatzkräfte voll auf ihre Aufgaben fokussiert. „Die Routine hilft, sich auf den Einsatz zu konzentrieren“, sagt Piechotka. Dennoch könne das Erlebte später belastend werden. „Nach einem Einsatz soll man die Probleme nicht mit nach Hause nehmen.“ Umso wichtiger seien Nachbesprechungen innerhalb der Feuerwehr und der Hinweis auf mögliche Hilfsangebote.

Bei dem Unfall in Marktl war die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) vor Ort. „Es gibt seit einiger Zeit die PSNV-E, die in diesem Fall dazugeholt worden ist“, fährt er fort.

Die Fachberater seien speziell ausgebildet und darauf vorbereitet, Einsatzkräfte nach belastenden Situationen dieser Art fürsorglich zu begleiten. Eine Belastung müsse sich nicht sofort zeigen. „Es kann sich auch erst Tage später bemerkbar machen, dass ein schwerer Unfall zur Belastung wird“, sagt Piechotka. Für die Aktiven bestehe deshalb die Möglichkeit, über einen Einsatz hinaus Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Neben den Angeboten zur Nachsorge spielt auch während des Einsatzes die Führung eine wichtige Rolle. „Innerhalb einer Feuerwehr kennen sich die Aktiven sehr gut. Einsatzleiter können daher gut abschätzen, welche Aufgaben sie den einzelnen Einsatzkräften in einer Situation zutrauen können“, erklärt Piechotka.

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