Chiemsee – Über drei Monate nach der Kommunalwahl hat die Gemeinde Chiemsee offiziell einen neuen Bürgermeister: Georg Klampfleuthner. Er erhielt 78,3 Prozent der Stimmen. Die Freude darüber ist bei ihm groß, er will den Blick nach vorn richten. Doch auch sein Vorgänger erhielt einige Stimmen.
Ob fehlende Toiletten auf der Fraueninsel, zu wenig Geld aus dem Tourismus, Wärmekonzept oder niedriger Pegel des Chiemsees: Auch am Tag der Wiederholungswahl äußerten viele Insulaner bei der Abgabe ihrer Stimme verschiedene Probleme, die sie umtreiben. Georg Klampfleuthner soll diese Dinge als Bürgermeister anpacken. Er erhielt 94 Stimmen, was bei 140 Wahlberechtigten und 121 abgegebenen Stimmen 78,3 Prozent entspricht. „Ich freue mich sehr, auch dass es keine Wackelpartie wurde“, freute sich ein sichtlich gelöster Klampfleuthner. Es war eine kleine Runde, die sich im Wahllokal, dem Clubhaus des Wassersportvereins Fraueninsel, zur Auszählung zusammenfand: Gemeinderat, einzelne Insulaner, Verwaltung, Wahlhelfer – und natürlich Klampfleuthner. Keine halbe Stunde, dann war auch schon wieder alles vorbei: zunächst die Auszählung, dann die Verkündung und die anschließenden Gratulationen. Der neue Bürgermeister bedankte sich bei all seinen Wählerinnen und Wählern und betonte: „Mir ist es wichtig, jetzt nach vorn zu schauen“. Gedanken an die Vergangenheit dürften alle Beteiligten gehabt haben, als die 18 Stimmen für Armin Krämmer verkündet wurden. Krämmer, von 2020 bis 2026 Bürgermeister der Chiemsee Gemeinde, wurde, obwohl er einziger Kandidat bei der Kommunalwahl war, dort nicht gewählt. Die zweitmeisten Stimmen entfielen im März auf Michael Lanzinger, der erhielt bei der Wiederholungswahl zwei Stimmen, Helmuth Niederschweiberer, Florian Hofer, Kurt Lehner und Stefan Neuer und Tobias Niggl jeweils eine Stimme – diese 26 Stimmen machten 21,7 Prozent aus. Klampfleuthner wurde bei der Kommunalwahl als Stimmkönig in den Gemeinderat gewählt. Dadurch, dass er jetzt Bürgermeister ist, rückt Schwester Elisabeth aus dem Kloster der Fraueninsel in den Gemeinderat nach. Damit ist das Kloster auch weiter im Gemeinderat vertreten. Nicht viele wollten sich am Wahltag gegenüber unserer Redaktion zur Situation auf der Insel äußern, aber es war doch allen anzumerken, dass sie endlich eine Entscheidung haben wollten.
Patrick Nägele und
Alexandra Dachs