Aschau – Paco mag niedlich klingen, aber auch der Blaubussard aus der Aschauer Falknerei hört auf den Namen Paco. Doch jetzt ist Paco weg. „Bei der Vorführung hat ihn der Wind davongetragen“, klagt Hannes Lenhart, Berufsfalkner auf dem Gelände unter der Burg Hohenaschau. Am Samstagnachmittag war es windig, das Wetter habe während der Flugvorführung umgeschlagen und schon habe eine Windböe seinen Blaubussard Paco davongetragen. Der Blaubussard kommt entlang der Anden und in weiteren, klimatisch eher gemäßigten Teilen Südamerikas vor. Er bewohnt offene und halboffene Landschaften aller Art und besiedelt Bergregionen bis in Höhen von mindestens 3.000 Metern.
Lenhart berichtet, dass er noch am Montagnachmittag in Außerwald gesichtet wurde, aber seitdem gibt es keine Spur mehr von ihm. Bald habe er wieder Hunger, meint der Falkner. Er frisst fast alles: kleine Säugetiere, Hühner und Insekten. Auszumachen sei er leicht, denn beim Fliegen ist er fast weiß, merkt Lenhart an. Mit einem Lebendgewicht von 1,5 Kilogramm sei Paco doppelt so schwer wie ein Mäusebussard. Wer ihn sehe, möge ihn bitte kontaktieren, sagt Lenhart noch. Man sollte nicht versuchen, ihn selbst zu fangen, da er nur Vertrauen zum Falkner hat.
Lenhart hat gut 20 Vögel, die bei ihm leben und von denen die meisten bei den Flugvorführungen zu sehen sind. Darunter Falken, Adler und Paco. Mit ihnen zeigt Lenhart ihre Flug- und Fangkünste und erzählt Wissenswertes über die Tiere und die Jagd mit ihnen. Die Vögel der Show kommen bei der Jagd oder den Falknerkursen nicht zum Einsatz, sie sind speziell für die Vorführungen ausgebildet. Er hoffe, dass Paco wieder auftaucht. Hinweise an den Falkner unter Telefon 0170/5804958.Elisabeth Kirchner