Rosenheim – Am schnellsten können bei Notfällen Menschen helfen, die in der Nähe sind. Aus diesem Grund will der „Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Rosenheim“ eine App für Ersthelfer einführen. Personen, die eine Qualifikation in der Ersten Hilfe haben, sollen über die App über Notfälle in der Nähe ihres Aufenthaltsorts informiert werden. Derzeit läuft ein Probebetrieb, der nun in der jüngsten Verbandsversammlung im Landratsamt vorgestellt wurde. Nähere Informationen will der Verband demnächst veröffentlichen, um weitere Ersthelfer zu finden, die ab August eine sinnvolle Ergänzung der Rettungskette sein sollen.
Laut Geschäftsleiterin Antonia Fredlmeier umfasst das Gebiet, für das der ZRF zuständig ist, die Landkreise Rosenheim und Miesbach sowie die Stadt Rosenheim mit einer Gesamtfläche von 2.336 Quadratkilometern, in der 420.000 Einwohner leben, wobei deren Anzahl stetig steigt. Es gibt 23 Rettungswachen und acht Notarztstandorte. Für besondere Einsätze gibt es die Bergwacht, die Wasserwacht und das THW.
Eine besondere Herausforderung für den Rettungsdienst, der nicht wie die Feuerwehr nach Gemeinden, sondern nach Versorgungsbereichen gegliedert ist, ist laut stellvertretendem Geschäftsleiter Christof Vornberger die steigende Anzahl der Notfalleinsätze. Von 2016 bis 2025 stieg deren Zahl von 36.605 auf 48.177, was einer Zunahme von knapp einem Drittel entspricht. Die Planung müsse daher aktualisiert werden, um den Bürgern ein Optimum an Versorgung zu bieten. Besonders herausfordernd sei die Situation im Inntal und in der Chiemseeregion. Dabei spiele auch die große Anzahl an Touristen eine Rolle. Sorgen macht den Rettern zudem der Zustand des Fuhrparks. Bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung komme es häufiger zu Ausfällen.
Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Dr. Nikolas Rossmann sieht einen großen Fortschritt in der Einführung von Telenotärzten. Sie könnten die Einsätze optimieren, ohne dabei vor Ort sein zu müssen.
Schnell über die Bühne ging die Wahl der Vorsitzenden. Der Rosenheimer Landrat Otto Lederer wurde einstimmig für die nächsten sechs Jahre wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig wurde der Miesbacher Landrat Jens Zangenfeind zu seinem Stellvertreter gewählt. Zur Beschleunigung der Abläufe in der Verwaltung wurde beschlossen, dass Zuständigkeiten klarer geregelt und Entscheidungen künftig im Umlaufverfahren getroffen werden.als