Rohrdorf – Von der ursprünglichen Scheune ist mittlerweile kaum mehr etwas zu erkennen. An dem Ort direkt vor einem Waldstück bei Rohrdorf, an der RO26, liegen nur noch verkohlte Bretter, Stämme und zerstörte Dachziegel. Die Bäume rundherum sind verkohlt. Dass es angesichts der andauernden Trockenheit nicht zu einem Waldbrand gekommen ist, ist Glück im Unglück. Dennoch bleibt nach dem Brand der Scheune am Montagabend (22. Juni) in Rohrdorf ein fader Beigeschmack.
38 Feuerwehrler
im Einsatz
Denn erst am 23. April kam es ganz in der Nähe zu einem Brand im Rohrdorfer Waldgebiet. Wie der dortige Grundeigentümer damals schilderte, war das bereits der fünfte Brand in nur zwei Jahren auf seiner Fläche. Dieses Mal traf es ihn zwar nicht, dafür aber die Scheune eines anderen Grundbesitzers. „Insgesamt waren 38 Personen im Einsatz“, berichtet Kommandant Alfred Fischbacher von der Freiwilligen Feuerwehr Rohrdorf.
Die Rohrdorfer Wehr wurde beim Einsatz außerdem von den Raublinger Kameraden unterstützt. „Die Stelle ist ein bisschen abgelegen, dadurch war die Löschwasserversorgung nicht ganz so einfach“, erklärt Fischbacher. Daher kam das Tankfahrzeug der Raublinger zum Einsatz. „Die Gefahr, dass es auf den Wald überschlägt, war auf jeden Fall da“, macht der Kommandant deutlich. Die Hütte stand direkt an der Waldgrenze unter Bäumen. Teils hat das Feuer auch schon auf Bäume übergegriffen. Durch das Eingreifen der Feuerwehr konnte ein größerer Waldbrand glücklicherweise verhindert werden.
Doch wieso brennt es genau in diesem Gebiet so häufig? Beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd geht man derzeit von einem vorsätzlichen Brandstiftungsdelikt aus. „Natürlich haben wir die Brände, die in jüngerer Vergangenheit stattgefunden haben, auf dem Schirm. Wir prüfen konkrete Zusammenhänge“, erklärt Pressesprecher Michael Spessa vom Präsidium.
Grundsätzlich prüfe man bei einem Brand in der freien Natur zuallererst, ob es eine Selbstentzündung gegeben hat. „Wir überprüfen, ob beispielsweise in der Nähe jemand geschweißt hat, oder ob jemand sein Auto repariert hat, wo eventuell Treibstoff ausgelaufen sein könnte“, sagt Spessa. Auch Daxenfeuer wären eine logische Erklärung. „Wenn vor Ort keine logische Selbstzündung oder konkrete Brandursache festgestellt werden kann, können wir zumindest nicht ausschließen, dass es sich um Vorsatz handelt.“
Zur Aufklärung des Falls bittet die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Zeugen, denen am Montag (22. Juni) zwischen 17 und 19 Uhr im südlichen Bereich von Rohrdorf, insbesondere nahe der Kreisstraße RO26, verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, die mit dem Brand in Verbindung stehen könnten. Auch sonstige verdächtige Wahrnehmungen, die zur Klärung des Sachverhalts beitragen können, sind für die Ermittler von Bedeutung.
Hinweise nehmen die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/2000 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Patricia Huber