Fünf Skelette auf Herrenchiemsee wiederbestattet

von Redaktion

Kirchliche Segnung an ursprünglicher Grabungsstätte – Wunsch von Dr. Hermann Dannheimer erfüllt

Herrenchiemsee – Zwischen 1979 und 1989 fanden auf der Herreninsel im Chiemsee archäologische Grabungen im Klosterbereich statt. Diese wurden initiiert und finanziert von der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee und durchgeführt von der einstigen Prähistorischen Staatssammlung (heute Archäologische Staatssammlung) in München. Leiter der Ausgrabungen war Dr. Hermann Dannheimer, Leitender Sammlungsdirektor, der auch nach seiner Pensionierung Ende 1994 bis zu seinem Ableben am 2. Juli 2020 mit der wissenschaftlichen Auswertung der Funde beschäftigt war.

Im Rahmen der archäologischen Arbeiten wurden im Inseldom auch Gräber ausgehoben. Die dabei geborgenen Skelette gelangten über die Außenstelle der Archäologischen Staatssammlung in Baldham nach dem Tod Dannheimers in die Staatssammlung für Anthropologie München (SAM).

Bei seinem letzten Besuch der Mitgliederversammlung der Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee im März brachte Dannheimer ausdrücklich den Wunsch vor, dass die Vereinigung dafür sorgen müsse, dass fünf der ausgegrabenen Skelette, unter ihnen der erste namentlich bekannte Abt des Klosters Dubdachrich (um 750 bis rund 772) und Bischof Bernhard von Kraiburg (1467 bis 1477) in den Inseldom zur Wiederbestattung zurückgeführt würden.

Dank der Bemühungen des langjährigen Zweiten Vorsitzenden der Vereinigung, Dr. Wolfgang Berka, konnte Dannheimers letzter Wunsch nun verwirklicht werden. Der Leiter des Depots der Staatssammlung für Anthropologie, Dr. Mike Schweissing, brachte die Skelette in fünf von der SAM zur Verfügung gestellten und vorbereiteten Behältnissen in den Inseldom. An der ursprünglichen Grabungsstätte wurden diese Gefäße in eine schlichte Gebeintruhe aus Edelstahl eingebracht, die die Vereinigung speziell für diesen Zweck bei einem Priener Metallbauer anfertigen ließ. Die Beschaffenheit der Gebeintruhe und der fünf Spezialgefäße sichert die Zugänglichkeit der Skelette für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen. Die kirchliche Segnung nahm in feierlicher Weise Prälat Dr. Walter Brugger vor, Mitherausgeber und Mitautor der Herrenchiemsee-Monografie, der Dannheimer in vielfältiger Weise verbunden war. Ihm assistierte Doris Nein, die Mesnerin der Inselkirche St. Maria. Der würdigen Zeremonie wohnten Dr. Theresa Häusl von der Schlösserverwaltung in München sowie Konstantin Buchner, der Vorstand der SGV Herrenchiemsee, mit seinem Mitarbeiter Helmut Inninger bei. Ebenfalls anwesend waren Dr. Wolfgang Berka von den Freunden von Herrenchiemsee sowie die Vorsitzenden Verena Grillhösl und Dr. Friedrich v. Daumiller mit den Beiräten Anton Bergmann, Helmut Eberl und Professor Dr. Wild. Bei Domführungen kann künftig auf diese geschichtsträchtige Gedächtnisstätte hingewiesen werden. hö

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