Michelin-Sterne-Regen für die Region

von Redaktion

Die Verleihung der Michelin-Sterne ist für die Gastronomie-Szene ein Höhepunkt. Bei der Gala in Frankfurt haben die Spitzenköche aus der Region Südostoberbayern erneut überzeugt. Zahlreiche Restaurants konnten ihre Auszeichnungen verteidigen, ein Koch schaffte sogar zum dritten Mal in Folge den Hattrick mit drei Sternen.

Dominik Wachter von „Wachters Foodbar“ in Prien. Foto Ingolf Hatz

Rosenheim/Landkreis – Wer sagt denn, dass man in diesen Tagen der WM nur zwecks Fußball zum Public Viewing zusammenkommt? Das kann auch bei der Gala des Guide Michelin vorkommen – die Verleihung der Sterne für die besten Restaurants hat schließlich Kultstatus. „Wir haben gestern Abend bei mir im Restaurant mit dem gesamten Team und der Family gemeinsam die Verleihung angeschaut und im Anschluss mit einer schönen Flasche Champagner angestoßen“, sagt Rico Birndt vom „June“ in Übersee, der seinen Stern behalten durfte. „Wir haben gemeinsam noch ein bisschen gegrillt und den Abend in der Runde ausklingen lassen.“

Anstoßen mit
Schaumwein

Auch im Landhaus „Karner“ in Frasdorf herrschte am Dienstagabend Freude. Und auch dort kam nach der Michelin-Show in Frankfurt Schaumwein zum Einsatz. „Zum Feiern ist das auf jeden Fall“, sagt Küchenchef Hannes Fussel. „Man müsste lügen, wenn man sagt, man freut sich nicht. Da macht man schon mal eine Flasche Schampus auf und stößt an“, sagt er. Am liebsten wohl im Kreise seiner Kollegen und Mitarbeiter. Er führt den Erfolg auf die „gute Teamarbeit“ zurück.

Kann das funktionieren? Die „Residenz Heinz Winkler“ ist seit Mai 2025 geteilt – ins Hochglanz-Restaurant „Epicures“ und in die dezidiert bodenständigere „Brasserie Tafern“.

13 Monate nach der kleinen Revolution von Alexander Winkler dürfen die Fans des Gourmettempels aufatmen: Das „Epicures“ hat seinen Stern aus dem vergangenen Jahr nunmehr erfolgreich verteidigt.

„Eine wunderbare
Auszeichnung“

„Das ist eine wunderbare Auszeichnung, die unser Engagement über die Monate und Tage hinweg bestätigt“, sagte Alexander Winkler dem OVB. „Besser zu werden – daran arbeiten wir jeden Tag.“ Der Umbau im laufenden Geschäft mit zwei Gastro-Konzepten sei eine „Herausforderung“ gewesen. Doch nun könne man sehen: „Es war die absolut richtige Entscheidung.“

Er sprach von einer absoluten Teamleistung, von der Rezeption über den Service bis zu Küchenchef Daniel Pape: „Das hier ist ein Orchester.“

Heinz Winkler holte einst zwei Michelin-Sterne in den Chiemgau. Drei Sterne sind es bei der „es:senz“ von Edip Sigl in Grassau, einem von zwölf Drei-Sterne-Lokalen im gesamten Bundesgebiet. Ihm ist mit der Auszeichnung am Dienstagabend so etwas wie ein lupenreiner Hattrick gelungen: drei Sterne, zum dritten Mal in Folge!

„Routine wird das nie“, stellt Sigl im Gespräch mit dem OVB fest. „Auf drei Sterne gibt es kein Abo. Wir müssen jeden Tag aufs Neue abliefern. Das kann keine Routine sein.“ Er liebe seinen Beruf, die Auszeichnung freue ihn aber auch „fürs Team, für das Haus, für den Chiemgau“.

Dominik Wachter hat zum dritten Mal einen Stern erhalten. Er kann sich noch gut erinnern, wie das damals war, vor drei Jahren, als „Wachters Foodbar“ in Prien erstmals die Auszeichnung erhielt. Er stand damals in Karlsruhe auf der Bühne. „Fünf Monate nach der Eröffnung! Das war schon ganz schön emotional, als ich mich jetzt daran erinnert habe.“

Diesmal hat er sich die Show im Livestream angesehen, zusammen mit seinen Kindern, „die das auch mal ganz interessant fanden“. Nebenher wurde gegrillt. Das soll es freilich nicht gewesen sein: „Mit dem Team werde ich nachfeiern.“

Einen Stern zu erkochen, ist schwer. Ihn zu verteidigen womöglich noch schwerer. Insofern ist auch „Michaels Leitenberg“ in Frasdorf ein Phänomen. „Zum fünften Mal hintereinander haben wir einen Stern geholt, wir sind schon so etwas wie der Oldie im Landkreis“, sagt Michael Schlaipfer.

Auszeichnung
ist ein Ansporn

Eine Auszeichnung, die er als Ansporn nimmt: „Immer besser zu werden, das ist der Anspruch. Wir drehen jedes Jahr jeden Stein um, wie wir noch klarer zu meiner Handschrift kommen.“

Ausgezeichnet gekocht wird auch woanders im südöstlichen Bayern.

Etwa in Rottach-Egern – allein dort machten die Michelin-Tester drei Spitzenrestaurants ausfindig: das „Gourmetrestaurant Dichter“ (zwei Sterne, Küchenchef Thomas Kellermann) sowie die „Überfahrt“ und das „Haubentaucher“ (Alois Neuschmid) mit jeweils einem Stern. Die „Überfahrt“ scheint damit nach turbulenten Jahren in ruhigem Gewässer angekommen zu sein – das Sagen hat dort Cornelia Fischer.

Und im Berchtesgadener Land? In Bischofswiesen wurde erneut das „Solo Du“ mit Küchenchef Zsolt Fodor mit einem Stern ausgezeichnet, zwei Sterne verteidigte das Restaurant „Pur“ in Berchtesgaden unter Ulrich Heimann.

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