Trockenheit bedroht Petersfeuer in der Region

von Redaktion

Vereine prüfen und setzen auf Sicherheitsmaßnahmen – Stimmung ist auch ohne Feuer gegeben

Rosenheim – Grillfleisch und Getränke sind bestellt. Musiker gebucht. Helfer bauen seit Tagen Zelte und Bänke auf. Doch ausgerechnet das Herzstück vieler Peters- und Sonnwendfeiern fehlt wohl am Wochenende: das Feuer.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und der somit hohen Waldbrandgefahr haben die Behörden – Stadt und Landkreis Rosenheim sowie der Landkreis Miesbach – ein Verbot für das Anzünden von Daxenfeuern ausgesprochen. Bei offenen Feuern muss ein Abstand von mindestens 100 Metern zu Wäldern gehalten werden. Zudem müssen Feuer durchgehend beaufsichtigt werden. Grundlage für die Entscheidung ist der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD), teilte die Pressesprecherin des Landratsamtes, Sibylle Gaßner-Nickl, auf Anfrage mit. Bis Sonntag, 28. Juni, sagt der DWD die Gefahrenstufe 4 von 5 vorher. Das Verbot gilt so lange, bis es von den Behörden wieder aufgehoben wird.

Für viele Vereine kommt die Entscheidung zwar kurzfristig, überrascht sind sie jedoch nicht. „Ich habe Kontakt zur Feuerwehr und dem Landratsamt und sie haben schon gesagt, dass die Gefahrenstufe wahrscheinlich auf 4 oder 5 steigen wird“, sagt Oliver Lutz, Vorsitzender der Bernauer Sportfischer. Der Verein veranstaltet morgen, Samstag, ab 16 Uhr am Farbinger Weiher das traditionelle Peterlfeuer mit Steckerl- und Räucherfisch, Grillgut, Bar und Livemusik. Das namensgebende Feuer wird zwar nicht entzündet, stattfinden soll das Fest trotzdem. Denn eine Verschiebung sei kaum möglich. „Fast jedes Wochenende findet ein anderes Fest statt“, erklärt Oliver Lutz. Er ist sich sicher, dass die Livemusik die Stimmung auch ohne Feuer kräftig anheizt.

Ähnlich sieht es beim Verein D’Alpenschnupfern Priental aus. Er veranstaltet am heutigen Freitagabend sein Petersfeuer in Frasdorf. „Gut, dass die Meldung jetzt schon da ist, weil die Vereine planen“, sagt Vorsitzender Maximilian Keil. Abgesagt wird die Veranstaltung wegen der hohen Waldbrandgefahr und den Warnungen nicht. Viele organisatorische Vorbereitungen seien längst abgeschlossen. „Wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen“, so Keil. Die Entscheidung des Landratsamts stößt im Verein zudem auf Verständnis: „Viele von uns sind selbst bei der Feuerwehr, wir verstehen das.“ Auch beim Peter-und-Paul-Feuer des Burschenvereins Kastenau laufen die Vorbereitungen weiter. Am morgigen Samstag sind auf dem Fußballplatz am Tannenweg unter anderem Kaffee und Kuchen, Brotzeiten, Kinderschminken, Hüpfburg und Barbetrieb geplant. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr darf jedoch das Feuer nicht entzündet werden. Jasmin Eiglmeier

Artikel 8 von 11