Rosenheim/Landkreis – Wer in diesem Sommer auf der Alz mit dem Boot unterwegs sein will, muss mit erheblichen Einschränkungen rechnen: Der niedrige Wasserstand zwingt Bootsfahrer streckenweise zum Tragen. Am Mittwoch, 1. Juli, startet die jährliche Bootsaison auf dem Fluss – doch das Landratsamt Traunstein warnt bereits zum Saisonstart vor deutlich erschwerten Bedingungen.
Wie das Landratsamt Traunstein mitteilte, liegt der Wasserstand am Pegel Seebruck bei 55 Zentimetern. Für gute Befahrungsverhältnisse sind mindestens 75 Zentimeter nötig. Der Chiemsee führe derzeit deutlich weniger Wasser als erforderlich – die Situation sei mit dem Saisonstart des vergangenen Jahres vergleichbar.
Auf der gesamten Oberen Alz, besonders im Abschnitt zwischen Truchtlaching und Altenmarkt, müssten Bootsfahrer damit rechnen, ihr Boot streckenweise zu tragen. In einzelnen Bereichen reiche der Wasserstand nicht aus, um das Boot schwimmend fortzubewegen. Ein besonders kritischer Punkt sei der Bereich rund um die Offlinger Insel. Dort hätten sich die Strömungsverhältnisse bereits im vergangenen Jahr deutlich verändert. Die bisher empfohlene Passage auf der rechten Seite sei nur über eine Kiesbank erreichbar, ein Übertragen des Bootes könne dort unumgänglich sein.
Zusätzlich liege im linken Bereich um die Offlinger Insel, in einem Abschnitt mit großer Strömungsgeschwindigkeit, knapp unter der Wasseroberfläche ein großer Wurzelstock. Dieser befinde sich zwar in Fließrichtung und bilde damit keine vollständige Barriere, könne für Boote aber dennoch schnell zur Gefahr werden. Alle, die auf der Alz unterwegs sind, müssten mit schwierigen Strömungsverhältnissen, teils verborgenen Hindernissen knapp unter der Wasseroberfläche sowie umgestürzten Bäumen rechnen. Das Landratsamt rät, den unteren Abschnitt nur mit Wildwasserausrüstung zu befahren. Bootsfahrer ohne entsprechende Erfahrung und Ausrüstung sollten ihre Fahrt unbedingt in Truchtlaching beenden. Der untere Abschnitt bis zur Laufenau solle erfahrenen Personen mit entsprechender Ausrüstung vorbehalten bleiben – das gelte besonders für Familien mit Kindern. Neben der Sicherheit auf dem Wasser bittet das Landratsamt um Rücksichtnahme auf Natur und Anwohner. Die Alz führe durch ökologisch sensible Bereiche; Schutzzonen, Uferbereiche und Schilfgürtel dürften nicht betreten oder befahren werden. Abfälle seien mitzunehmen, Lärm und laute Musik zu vermeiden. Die Alz und der Chiemsee sind Natura-2000-Gebiete (FFH- und Vogelschutz). Das Fliegen mit Drohnen sei dort grundsätzlich verboten; Ausnahmen könnten im Einzelfall auf Antrag von der Naturschutzbehörde erteilt werden. Weitere Hinweise zu Verhaltensregeln, Schutzbereichen, Wasserständen und Streckenverlauf stellt die Gemeinde Seeon-Seebruck online unter www.seeon-seebruck.de/ auf-der-alz-unterwegs bereit.