Region ächzt und genießt unter der Hitzekuppel

von Redaktion

Wochenende der besonderen Art stellt Landkreisbürger vor große Herausforderungen – Wo es sich am besten aushalten ließ

Rosenheim/Mühldorf/Landkreise – Als bislang heißester Juni gilt in unserer Region nach wie vor das Jahr 2003. Bereits Mitte des Monats wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. Zu den höchsten Werten gehörten 33,4 Grad in Trostberg am 12. Juni sowie 35,3 Grad in Rosenheim am 23. Juni. Der Juni 2003 war zugleich der Auftakt des legendären Hitzesommers, der weite Teile Europas erfasste. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden die außergewöhnlich hohen Temperaturen in Deutschland mit schätzungsweise 7.000 hitzebedingten Todesfällen in Verbindung gebracht.

2019 und 2025 ebenfalls
außergewöhnlich warm

Auch der Juni 2019 zählt zu den markantesten Hitzeperioden der vergangenen Jahrzehnte. In Südostoberbayern wurden unter anderem 32,8 Grad in Piding (12. Juni), 35,5 Grad in Reit im Winkl-Groißenbach (14. Juni) sowie 36,1 Grad in Rosenheim (30. Juni) gemessen. Ebenfalls außergewöhnlich warm verlief der Juni 2025. Damals wurden beispielsweise 32,6 Grad in Schönau am Königssee (15. Juni), 32,2 Grad in Mühldorf (22. Juni) sowie 31,8 Grad ebenfalls in Mühldorf (29. Juni) registriert. Damit reiht sich das vergangene Jahr bereits unter die wärmsten Juni-Monate der jüngeren Vergangenheit ein.

Auch der diesjährige Juni sorgt für außergewöhnliche Werte. Seit dem 18. Juni werden in der Region nahezu täglich Temperaturen von über 30 Grad gemessen. Bis einschließlich heute ergibt sich bereits eine Serie von acht Hitzetagen in Folge. Der Höhepunkt der Hitzewelle wurde am Wochenende erwartet. Nach aktuellem Stand waren in Teilen Südostoberbayerns 36 bis örtlich sogar 38 Grad möglich. Damit rückten bestehende regionale Temperaturrekorde in greifbare Nähe. Auch interessant: Jetzt fällt wohl sogar der Hitzerekord: Bayern steuert auf historische Höchstwerte zu.

Ob tatsächlich neue Juni-Rekorde aufgestellt werden, hängt letztlich von wenigen Zehntelgraden sowie von regionalen Einflüssen wie Sonnenscheindauer, Wind und Luftfeuchtigkeit ab. Schon geringe Unterschiede können darüber entscheiden, ob bestehende Bestmarken fallen.

Verantwortlich für die außergewöhnliche Wetterlage ist ein nahezu stationäres Omega-Hoch. Dabei wird Mitteleuropa zwischen zwei Tiefdruckgebieten von einem kräftigen Hochdruckgebiet eingeschlossen. Die Wetterlage ähnelt auf der Höhenwetterkarte dem griechischen Buchstaben Ω (Omega). Unter diesem Hochdruckeinfluss kann sich die Luft über mehrere Tage hinweg kontinuierlich erwärmen. Gelangt zusätzlich sehr heiße Luft aus subtropischen Regionen nach Mitteleuropa und wird unter der Hochdruckglocke eingeschlossen, sprechen Meteorologen häufig von einem sogenannten Heat Dome (Hitzekuppel). Diese Wetterlagen gelten als besonders stabil und können über viele Tage oder sogar Wochen außergewöhnlich hohe Temperaturen verursachen. Mit der aktuellen Hitzewelle erlebt Südostoberbayern bereits die zweite ausgeprägte Hitzephase innerhalb weniger Wochen. Bereits rund um Pfingsten sorgte eine ähnliche Großwetterlage für hochsommerliche Temperaturen. Ob sich daraus ein dauerhaftes Muster für den weiteren Sommer ableiten lässt, kann derzeit noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Dennoch zeigen die wiederholten stabilen Hochdrucklagen, dass sich der Sommer 2026 bislang durch außergewöhnlich lange Hitzeepisoden auszeichnet. Nach dem Wochenende deutet sich zwar vorübergehend eine Abkühlung mit teils kräftigen Gewittern an. Ob diese nachhaltig ist oder die nächste Hitzewelle bereits in den Startlöchern steht, werden die kommenden Modellläufe der Wettermodelle zeigen. Der Juni 2026 hat bereits jetzt das Potenzial, als einer der außergewöhnlichsten Juni-Monate der vergangenen Jahrzehnte in die Wettergeschichte Südostoberbayerns einzugehen. Ob am Ende sogar der Spitzenplatz des Jahres 2003 fällt, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Sicher ist jedoch schon heute: Die aktuelle Hitzewelle zählt zu den markantesten Ereignissen der letzten Jahre und dürfte noch lange in Erinnerung bleiben.

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