Sommerfestival wird noch größer

von Redaktion

Interview Event-Geschäftsführer Florian Englert über die Neuerungen und Sicherheit

Rosenheim – In wenigen Tagen startet das Rosenheimer Sommerfestival in die heiße Phase – und das mit einer echten Knaller-Nachricht: Weil das Gelände vergrößert wurde, gibt es plötzlich wieder Karten für das ausverkaufte Peter-Maffay-Konzert. Im exklusiven OVB-Interview spricht Festival-Chef Florian Englert über den Umbau, den enormen Aufwand für Weltstar Jason Derulo und die steigenden Sicherheitskosten.

In zwei Wochen ist es soweit: Wie groß ist die Vorfreude?

Sehr groß. Wobei es noch sehr viel zu tun gibt, weshalb die Vorfreude in der Regel auch mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Jetzt beginnt der Aufbau des Sommerfestivals, wir befinden uns also in der heißen Phase. Und da steigt die Vorfreude natürlich kontinuierlich. Gleichzeitig steigt auch die Anspannung. Und egal, wie gut wir im Vorfeld planen, am Ende brauchen wir jede Minute, um alles fertig zu bekommen.

Was muss noch alles gemacht werden?

Viel (lacht). Im vergangenen Jahr hatten wir den Backstage-Bereich ja bereits auf die ehemalige Minigolf-Anlage verlegt. Die Veränderung war notwendig, weil wir jedes Jahr mehr Platz brauchen. Die Produktionen werden immer größer, die Anforderungen an uns immer höher. Dieses Jahr werden wir den Bereich noch etwas weiter ausbauen. Wir wollen auf dem Gelände auch noch unsere Technik-Lkw unterbringen. Dadurch können wir die Bühne ein Stück nach hinten rücken. Somit haben wir vor der Bühne mehr Platz.

Also passen mehr Zuschauer auf das Gelände?

Ja. Durch die räumlichen Veränderungen entsteht auf dem Gelände mehr Platz. Zusätzlich haben wir die Fluchtwege verbreitert, was dazu führt, dass wir insgesamt mehr Besuchern ein sicheres und unvergessliches Konzerterlebnis bieten können. Dadurch haben wir jetzt die Möglichkeit, für das ausverkaufte Peter-Maffay-Konzert noch einmal in den Kartenverkauf zu gehen, sodass auch Fans, die bisher keine Karten bekommen haben, noch eine neue Chance erhalten – das freut uns sehr.

Sind das normale Tickets? Oder wird es einen exklusiven Stehplatzbereich geben?

Das sind normale Tickets. Einen Early Entry und einen Golden Circle gibt es bis dato noch nicht bei uns.

Hört sich an, als ob es da Überlegungen gibt.

Es gibt Argumente, die dafür und dagegen sprechen. Natürlich würde das noch einmal einen Mehrwert für Besucher bieten. Gleichzeitig ist es auch mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden. Durch einen Early Entry würde sich etwa die Soundcheck-Zeit verkürzen. Zudem bräuchte es zusätzliches Personal. Fakt ist nun aber auch, dass der Golden Circle und der Early Entry bei vielen Konzerten gängig sind und von den Besuchern positiv angenommen werden. Wir schauen mal, was die Zukunft bringt.

Wird sich was an der Bühne ändern?

Nein, die haben wir erst seit dem vergangenen Jahr. Sie ist deutlich größer und hat uns einen guten Dienst erwiesen. Die haben wir jetzt noch für zwei weitere Jahre reserviert. Die große Bühne war und ist für uns wahnsinnig praktisch, weil sie auch bei starkem Wind sehr stabil ist. Gerade im vergangenen Jahr hatten wir sehr schlechtes Wetter. Aufgrund der stabilen Bühne mussten wir die Konzerte aber nicht unterbrechen. Bei kleineren Bühnen würde das schon wieder anders aussehen.

Wird es weitere Neuerungen geben?

Wir sind immer bemüht, uns stetig weiterzuentwickeln und auch an kleinen Stellschrauben zu drehen, um die Aufenthaltsqualität weiter zu verbessern. Unsere bisherigen Änderungen wie die Kapazität der Toilettenanlagen, die Fahrradparkplätze, das Ticket-Scanning oder die Organisation der Getränke- und Essensstände haben sich bewährt. In diesem Jahr ergänzen wir unser Angebot noch um einen Infopoint an der Abendkasse. Dieser wird jeweils bis Konzertende besetzt sein. Dadurch haben Festivalbesucher die ganze Zeit über einen Ansprechpartner.

Ein Thema, das bei Veranstaltern immer wieder aufkommt, sind die hohen Kosten für die Sicherheitsvorkehrungen.

Damit haben wir auch zu kämpfen. Es gibt meiner Meinung nach zwei Anlässe, warum die Anforderungen so hoch geworden sind. Da wäre zum einen das Unglück bei der Loveparade in Duisburg, bei dem 21 Menschen ums Leben kamen, und dann natürlich die zahlreichen Vorfälle, bei denen Fahrzeuge in Menschenmassen gefahren sind. In der Veranstaltungsbranche merken wir diese hohen Anforderungen natürlich. Nicht nur finanziell, sondern auch personell. Gleichzeitig hat die Sicherheit der Besucher für mich die oberste Priorität. Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr viel in den Zufahrtsschutz investiert.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ticketverkauf?

Wir sind zufrieden. Wir haben bisher 50.000 Tickets verkauft. Natürlich gibt es noch Luft nach oben. Gleichzeitig stehe ich im Austausch mit anderen Veranstaltern. Die haben in diesem Jahr teilweise einen Dämpfer bekommen. Viele Besucher wählen Konzerte heute bewusster aus – unter anderem aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten, Inflation und insgesamt höherer Ausgaben im Alltag, wodurch stärker abgewogen wird, wofür das Geld ausgegeben wird. Deshalb: Im Vergleich zu anderen Festivals und Veranstaltungen läuft unser Verkauf sehr gut.

Wie schafft man es eigentlich, einen Superstar wie Jason Derulo nach Rosenheim zu holen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Man braucht in der Branche einen gewissen Namen. Den haben wir uns mittlerweile erarbeitet. Zudem müssen die Rahmenbedingungen passen. Der Künstler muss gerade auf Tour sein und in den zehn Tagen noch Kapazitäten haben, um zu uns nach Rosenheim zu kommen. Dieses enge Zeitfenster macht es uns extrem schwer. Festivals, die vier Wochen dauern, haben es von der Planung hier oft leichter. Am wichtigsten aber: Gelassenheit, Ausdauer und Beharrlichkeit.

Je größer die Namen werden, umso größer werden doch sicherlich auch die Herausforderungen, oder?

Wir haben in der Vergangenheit schon viele große Herausforderungen gemeistert. Wir haben ein sehr gutes Team, das daran sehr gewachsen ist. Mittlerweile bringt uns so schnell nichts mehr aus der Ruhe – auch wenn die Produktionen insgesamt immer aufwendiger werden. Herausfordernd ist aber eher das ganze Drumherum. Die Künstler haben zum Teil 50 bis 70 Leute dabei, die natürlich auch alle bei uns in der Region untergebracht werden müssen.

Auf wen freuen Sie sich am meisten?

Jason Derulo. Ich glaube, so eine Show hat Rosenheim noch nicht gesehen. Ich kenne die Bühnenanweisungen, deshalb kann ich schon einmal verraten, dass es sehr beeindruckend wird.Anna Heise

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