„Ein Sonnenbrand hat immer Langzeitfolgen“

von Redaktion

Tipps eines Hautarztes zur aktuellen Gluthitze – So funktionieren Schutzmaßnahmen

Rosenheim/Wasserburg – Der Sommer setzt in der Region Rosenheim zu einem Höhenflug an. Viel Sonne und rekordverdächtige Temperaturen bringen allerdings auch Gefahren mit sich, vor allem für die Haut. Was man meiden sollte, was man nicht vergessen sollte, und wie man gegen Hautkrebs vorbeugt, erklärt MUDr. Heinrich Franke, Hautarzt in Wasserburg, im Exklusivgespräch mit dem OVB.

In Bayern herrscht gerade richtig schönes Wetter – ist das wirklich nur schön, oder hat es auch Schattenseiten?

Bei diesen hohen UV-Werten hat das Wetter ganz klar auch Schattenseiten. Viele unterschätzen das und nehmen an, dass die Sonnencreme so etwas wie einen Freibrief für den Aufenthalt in der Sonne darstellt. Das stimmt aber nicht. Auch Sonnencreme kann nicht die komplette UV-Strahlung abhalten. Deswegen ist es zu empfehlen, die Sonne zu meiden und einen Platz im Schatten aufzusuchen.

Wie sieht es mit Sport im Freien aus?

Aus der Perspektive der Hautgesundheit ist schon bei kurzen Aktivitäten im Freien Sonnenschutz wichtig, und zwar umso mehr, je heller der Hauttyp ist. Bei längerer Betätigung im Freien gilt das für alle, unabhängig vom Hauttyp. Allerdings kommt aktuell die hohe Temperatur hinzu. Daher sollte der Sonnenschutz allein nicht der ausschlaggebende Faktor sein. Vielmehr sollte man die allgemeine Gesundheit im Blick behalten. Daher rate ich, eine Betätigung im Freien zurzeit dringend zu meiden. Wenn nötig, dann mit Sonnenschutz, Hut und langärmliger Kleidung.

Manche Sportler tun sich schwer mit Sonnencreme, weil sie die Haut am Atmen hindert.

Es gibt speziell für Sportler entwickelte Sonnencremes. Sie bieten Schutz, auch wenn man schwitzt. Und auch schwimmen kann man damit gehen. Am besten kauft man sie mit Beratung in der Apotheke, aber es gibt auch in der Drogerie gute Cremes.

Aber wann ist Sonnenbrand kritisch?

Wenn er großflächig auftritt, eventuell sogar mit Blasenbildung. Dann empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen. Kommen Fieber, Übelkeit, Schwächegefühl, Benommenheit oder Kopfschmerzen hinzu, gehört das auf jeden Fall ärztlich abgeklärt.

Viele Menschen nehmen die Sonne als immer aggressiver wahr. Stimmt das?

Das werde ich sehr häufig gefragt. Die messbare Intensität der Sonnenstrahlung hat nicht zugenommen. Insgesamt haben wir aber nachweislich mehr Sonnenstunden als in der Vergangenheit, und mit zunehmendem Alter lässt zudem die Fähigkeit der Haut nach, neue Sonnenschäden zu reparieren. Deshalb empfinden viele die Sonne als aggressiver, obwohl die Strahlung selbst gleich geblieben ist.

Wie ist das mit Sonnenbrand: Steckt ihn der Körper nach einigen Tagen einfach weg?

Ein Sonnenbrand hat immer Langzeitfolgen – die Haut merkt sich jede übermäßige Sonnenexposition in Form von unreparierten DNA-Schäden. Besonders gilt das für junge Kinder: Ein häufiger Sonnenbrand im Kindesalter bedeutet ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von schwarzem Hautkrebs.

Wie erkenne ich Hautkrebs?

Verdächtig ist ein Mal, das neu entsteht oder sich im Lauf der Zeit verändert – asymmetrisch geformt, mit unscharfen Rändern, mehreren Farben oder zunehmender Größe. Wenn Sie eine solche Hautveränderung an sich bemerken, sollten Sie sie ärztlich abklären lassen.

Hilft da eine einfache Operation?

Wenn Hautkrebs früh entdeckt wird, kann er in der Regel durch einen Eingriff unter örtlicher Betäubung in der Arztpraxis geheilt werden. Bei später Diagnose steigt bei manchen Hautkrebsarten das Risiko, dass der Krebs streut und ernste Folgen entstehen. Daher sind regelmäßige Besuche beim Hautarzt zur Vorsorge und Früherkennung so wichtig!

Michael Weiser

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