Bernau – Der Kontrast könnte nicht größer sein: Freie Autobahn, keine Straßensperrungen, nur die an der Tankstelle in Bernau stehende Feuerwehr lässt erahnen, dass die Lage nur ein paar Stunden zuvor ganz anders ausgesehen hatte. Anwohner berichten von der beidseitigen A8-Sperrung, Verkehrschaos in Bernau und Brandgeruch vom Waldbrand zwischen Bernau und Übersee. Der 26-jährige Lukas Höffner erzählt, dass er die Sirenen in der Nacht zum Montag zwischen zwölf und halb eins gehört hatte. Als er „brutale Rauchschwaden“ sah, ist er aus Neugierde auf die Seiseralm hochgefahren, um das Feuer zu beobachten. Höffners Vater, der auch in Bernau wohnt, meinte, dass es das größte Feuer sei, was er jemals hier gesehen hat. Der Betriebsleiter des Bernauer Tenniszentrums schildert seine Beobachtungen genauer: „Der ganze Himmel war rot und orange.“
Der 59-Jährige war selbst 22 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr. Einen Waldbrand dieses Ausmaßes hat er aber noch nicht erlebt. Die Feuerwehr habe „einen guten Job gemacht“, so der Bernauer. Die Camper am Tenniszentrum seien nicht beunruhigt gewesen wegen des Brandes. Alle hätten eine Benachrichtigung auf die NINA-Warn-App bekommen, sodass alle informiert waren und keine Beunruhigung herrschte.
Silvia Rödl arbeitet beim Kiosk am Bernauer Chiemseeufer. Sie sei mitten im Verkehrschaos gewesen und habe 45 Minuten von Prien nach Bernau zur Arbeit gebraucht, berichtet die 46-Jährige. Besonders groß ist der Dank für die Arbeit der Einsatzkräfte.
Auch die Bernauer Bürgermeisterin, Irene Biebl-Daibler, spricht ihnen ihr Lob aus. Die Lage im Ort habe sich tagsüber beruhigt, auch wenn zwischendurch mal „heilloses Chaos in Sachen Verkehr“ gewesen sei, berichtet sie. Die Feuerwehrleute seien gegen Mitternacht alarmiert worden und als sie um 10 Uhr in der Früh langsam die Kräfte abziehen wollten, gab es auch noch einen Verkehrsunfall. „Das war eine große Belastung, aber man hat wieder mal gesehen, dass im Notfall die Zusammenarbeit zwischen den Landkreisen Rosenheim und Traunstein hervorragend funktioniert“, erklärt sie. Nun wünscht sie sich, „dass es einfach mal regnet“. Zudem dankt die Bürgermeisterin der JVA Bernau für die unkomplizierte Organisation, da die Rettungskräfte durch das JVA-Gelände fahren mussten. Charlotte Kayser