Landkreis Rosenheim – Eine gefährliche Pflanzenkrankheit ist zurück: Im Landkreis Rosenheim ist der bakterielle Feuerbrand nachgewiesen worden. Laut Landratsamt Rosenheim gab es zuletzt 2013 eine größere Infektionswelle. Der Erreger kann Obstbäume wie Äpfel, Birnen und Quitten schwer schädigen und sogar zum Absterben bringen.
Besonders stark fällt der Befall laut Landratsamt an Weißdorn, Quitte und Birne auf. Auch Apfel, Eberesche und Mispel werden häufig befallen. Steinobst ist demnach bislang nicht betroffen.
Symptome der
Infektion erkennen
Die Infektion beginnt meist zur Blütezeit. Plötzlich welkende und schwarz verfärbte Triebe deuten auf einen Befall hin.
Als Abgrenzung zu anderen Krankheiten empfiehlt sich ein genauer Blick auf den Blattstiel: Ist dieser noch intensiv grün, während andere Blattbereiche dunkelbraun, schwarz oder verdorrt sind, handelt es sich in der Regel nicht um Feuerbrand. Ein eindeutiges Zeichen hingegen – allerdings nur bei schwülwarmer Witterung und fortgeschrittener Infektion – sind kleine gelbe Schleimtröpfchen, die aus der Rinde junger befallener Triebe austreten.
Liegt ein Befall vor, führt kein Weg an Astschere und Säge vorbei. Streuobstberater Martin Landes erklärt: „Es ist wichtig, die befallenen Stellen großzügig zurückzuschneiden. Dabei sollte ungefähr 30 Zentimeter ins gesunde Holz geschnitten werden. Nur so kann die Ausbreitung im Baum und die Übertragung auf umliegende Pflanzen vermieden werden. Bei besonders starkem Befall muss der Baum gefällt werden.“
Hygiene und Entsorgung
des Schnittguts
Damit die Krankheit sich nicht weiterverbreitet, muss das Werkzeug regelmäßig desinfiziert werden – entweder durch gründliches Abflämmen oder mit einer rund 70-prozentigen Spirituslösung.
Befallenes Schnittgut darf nicht im Kompost oder bei der Grüngutstelle entsorgt werden. Kleine Mengen gehören in die Restmülltonne oder können vor Ort unter Aufsicht an einer befestigten Feuerstelle verbrannt werden. Größere Mengen können als Sperrmüll an den Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Weitere Informationen bietet die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege per E-Mail an gartenkultur@lra-ro.bayern.de und unter Telefon 08031/3923332.